ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2007Laserdrucker-Studie: Büro-Feinstaub enthält keine Tonerpartikel

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Laserdrucker-Studie: Büro-Feinstaub enthält keine Tonerpartikel

Dtsch Arztebl 2007; 104(43): A-2912

Zylka-Menhorn, Vera

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Foto: dpa
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Tonerpartikel aus Druckern und Fotokopierern sind laut einer neuen Studie nicht Hauptverursacher von Bürokrankheiten wie Atemwegsproblemen. Die Geräte emittieren zwar Feinstaub, dieser stammt jedoch offenbar nicht aus Tonerkartuschen. Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Tonergeschädigten leiden rund 1 700 Büromitarbeiter in Deutschland unter erheblichen gesundheitlichen Problemen, weil sie dicht neben Laserdruckern oder Kopierern arbeiten. Die Betroffenen gehen davon aus, dass Tonerpartikel beim Betrieb der Geräte in die Raumluft gelangen und krank machen. Folgen seien zum Beispiel Dauerschnupfen, Halsschmerzen, Reizhusten und Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder Bronchien.
Zumindest die Tonerpartikel werden jetzt durch eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von dem Verdacht entlastet, Auslöser dieser sogenannten Bürokrankheiten zu sein. Forscher der Universität Gießen hatten im Auftrag des BfR von Januar bis Oktober 2006 in 63 ausgewählten Büroräumen die Raumluft analysiert. Zudem untersuchten sie die 69 dort arbeitenden Menschen. Für die meisten der raumlufttechnischen und medizinischen Parameter seien die Ergebnisse unauffällig, so die Forscher. Das gelte für Temperatur und Luftfeuchte, flüchtige organische Verbindungen, flüchtige organische Einzelstoffe und Schimmelpilzkonzentrationen. Auch in Bezug auf Allergien und Entzündungen habe es keine Auffälligkeiten gegeben.
Als völlig harmlos erwiesen sich die Drucker freilich nicht. Die Forscher stellten bei den Probanden mehr „nicht erklärbare körperliche Beschwerden“ fest als bei Vergleichspersonen. Ein Teil der untersuchten Personen reagierte zudem überempfindlich auf bronchiale Reize. Bei Inbetriebnahme der Geräte habe die Belastung der Büros mit Fein- und Ultrafeinstaub deutlich zugenommen. zyl
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