ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2007Qualitätssicherung: Zeichen der Unkenntnis
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In dem Artikel zur Qualitätssicherung von Herrn Rabbata und besonders in dem besprochenen Vorschlag von Herrn Dr. Köhler zeigt sich erneut eindeutig ein falsches Verständnis von Qualitätsmanagement oder sogar dessen bewusster Missbrauch für andere Zwecke. Die Ausrichtung auf ein Gesundheitssiegel und die mögliche Verknüpfung mit finanziellen Anreizen, welche letztendlich nur in einer Benachteiligung anderer münden werden, hat mit Qualität nichts zu tun. Hier geht es offenbar nur darum, unter einem Deckmantel eine verstärkte zentrale Steuerung des Gesundheitssystems voranzubringen. Auch die Mindestmengen-Diskussion ist in diese Richtung zu interpretieren. Zwar leuchtet es ein, dass jemand, der etwas öfter durchführt, dies auch im Durchschnitt besser können dürfte, im Einzelfall ist dies aber sicher nicht der Fall. Massenabfertigung ist eben noch keine Garantie für Qualität. Es käme ja auch niemand auf die Idee, Sterne-Restaurants zu schließen, weil McDonald’s einfach mehr Kunden bedient und deshalb mehr Erfahrung hat. Wenn man die Qualität verbessern will, dann muss man dies auf anderem Wege tun. Wäre es z. B. nicht sinnvoll, zu prüfen, ob jemand wirklich echokardiografieren oder ob er nur entsprechende Untersuchungszahlen vorweisen kann? Wer nicht weiß, auf was er achten muss, kann schließlich eine Untersuchung 1 000-mal machen und erkennt immer noch nichts. Ich halte Qualitätsmanagement für außerordentlich wichtig, und davon sollte man alle Kollegen überzeugen, aber bitte nicht auf diese Art. Wer unter Qualität eine Urkunde (oder ein Siegel) im Eingang versteht, der zeigt seine Unkenntnis. Qualitätsmanagement ist ein Weg zur Verbesserung von Ergebnissen, Programme wie QEP oder KTQ können auf diesem Weg helfen. Das Ziel jedoch ist eine gute Versorgung des Patienten und dessen Zufriedenheit. Mit Ausgrenzungsversuchen werden wir die Qualität jedenfalls nicht verbessern können.
Dr. med. Frank P. Schmidt, Walldürner Straße 5, 74736 Hardheim
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