ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2007Leitfaden Palliativmedizin – Palliative Care

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Leitfaden Palliativmedizin – Palliative Care

Dtsch Arztebl 2007; 104(43): A-2942 / B-2592 / C-2513

Bausewein, Claudia; Roller, Susanne; Voltz, Raymond

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Palliativmedizin: Handlicher Leitfaden

Die Palliativmedizin hat sich innerhalb der Medizin inzwischen fest etabliert und ist eine anerkannte Fachrichtung. Ihre Ziele sind die Linderung von Beschwerden durch Symptomkontrolle und die fürsorgliche Begleitung der Patienten und ihrer Angehörigen. Die individuelle Lebensqualität steht im Vordergrund. Gerade in der Behandlung von Schwerstkranken und Sterbenden entstehen bei den professionell Tätigen nicht selten Unsicherheiten. Der Leitfaden nimmt diese auf und bietet in einem exzellenten Handbuch fundierte und konkrete Hilfestellungen.
Seit der ersten Auflage hat sich der Leitfaden gerade für die tägliche Praxis bei palliativmedizinischen Fragestellungen besonders bewährt und sich zu einem Standardwerk entwickelt. Auf der Basis langjähriger Erfahrungen und internationaler Forschung haben die Herausgeber und Mitautoren ein umfassendes Handbuch geschaffen, das auch für Nichtpalliativmediziner sehr hilfreich ist. Nach einer gut verständlichen Einführung in das Konzept von Palliative Care werden neben dem Schwerpunkt differenzierte Symptomkontrolle (zum Beispiel Schmerzen, Luftnot, Übelkeit) Themengebiete wie Kommunikation, spezielle Krankheitsverläufe, Akutsituationen, Terminalphase und rechtliche Fragen behandelt. Die Beachtung der physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Aspekte des Menschen zieht sich als Thema durch alle Kapitel. Das Buch beinhaltet eine kurz gefasste Übersicht zu den wichtigsten palliativmedizinischen Medikamenten. Die Kapitelübersicht und der Index sind sehr hilfreich für die schnelle Suche von Themen.
Die dritte Auflage wurde zum einen an die neuesten Erkenntnisse und aktuellen Fortschritte innerhalb der Palliativmedizin angepasst, so zum Beispiel in der Ergänzung der DRG-Richtlinien oder des Themas „Palliativmedizin auf der Intensivstation“. Zum anderen wird mit der Einführung des Kapitels „Multiprofessionelle Therapie“ ein wichtiger und neuer Akzent gesetzt. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Professionen aus Medizin, Pflege, Seelsorge, Psychotherapie, Sozialarbeit, Physiotherapie, Kunsttherapie, Ehrenamt und weiteren Bereichen ist eine der tragenden Säulen einer guten palliativmedizinischen Behandlung und Begleitung schwer kranker Patienten und ihrer Angehörigen. Dass die Multiprofessionalität und die Beachtung der verschiedenen Ebenen des Menschen kein modeabhängiger Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für Palliative Care ist, unterstreicht neben dem neuen Kapitel auch der erweiterte Titel des Leitfadens. Die Ergänzung des Titels um dem Terminus „Palliative Care“ ist sehr zu begrüßen und wird dem Anliegen des Leitfadens besser gerecht. Wenn sich künftig die sektorenübergreifenden Palliative-Care-Teams etablieren und sich Behandlungspfade in Krankenhäusern, wie zum Beispiel der Liverpool Care Pathway, auch in Deutschland stärker verbreiten, dann wäre eine ausführlichere Darstellung dieser Themen in der nächsten Auflage wünschenswert.
Es ist allen Betroffenen nur zu wünschen, dass ihr Behandlungsteam dieses wunderbare Handbuch als Leitfaden in der Begleitung anwendet. Ob im ambulanten Bereich oder in der Klinik, ob als Hausarzt, Chirurg oder Intensivmediziner, ob als Pflegender oder Seelsorger – jedem professionell Tätigen, der auch Schwerstkranke oder Sterbende betreut, sei dieser handliche Leitfaden ans Herz und in die Hand gelegt. Gerade dann, wenn es heißt, jetzt könne nichts mehr getan werden, bleibt häufig noch sehr viel zu tun. Steffen Simon

Claudia Bausewein, Susanne Roller, Raymond Voltz (Hrsg.): Leitfaden Palliativmedizin – Palliative Care. 3. Auflage. Urban & Fischer, München, 2007, 646 Seiten, Kunststoffeinband, 39,95 Euro
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