ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2007Der Autofahrergeldanlegerheimvorteil

GELDANLAGE

Der Autofahrergeldanlegerheimvorteil

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Ach, wie gut, dass ich ADAC-Mitglied bin. Nicht nur, dass die gelben Engel parat stehen, wenn mich mein Gefährt im Stich lässt, nein, sogar als Anleger winken mir himmlische Vorteile durch die Mitgliedschaft im Automobilklub. Dafür benötige ich noch nicht einmal eine Panne, sondern kann bequem vom Wohnzimmer aus an einer Wohltat teilhaben, die sich der ADAC und die Deutsche Bank extra für mich ausgedacht haben, quasi ein Heimspiel für mich mit dicken Renditepunkten.
Exklusiv für ADAC-Mitglieder wurde nämlich vom ADAC gemeinsam mit der Deutschen Bank das „ADAC-FlexSparen“ entwickelt, das meinem Spargeld zum Höhenflug verhelfen und mir Top-Zinsen einbringen soll. Also, wer bis zum 31. Oktober dieses Jahres bis zu 50 000 Euro einzahlt, sichert sich, und zwar „ab dem ersten Euro“, einen Zinssatz von fünf Prozent per annum, vorausgesetzt, es handelt sich um frisches Geld, will heißen, das ADAC-Mitglied darf nicht schon zuvor bei der Deutschen Bank ein FlexSparkonto unterhalten. Als weiteren Clou preisen die Anbieter die „SparCard“ als Zusatzleistung an, mit der weltweit in mehr als 32 Ländern an 35 000 Geldautomaten kostenlos Bargeld abgehoben werden kann. Ich bin also nunmehr ein glücklicher Autofahrergeldanleger und nehme entzückt die Offerte an, oder?
So gut sich das ADAC-FlexSparen anhört, es gibt für meinen Geschmack doch ein paar Haare in der Suppe. Als kleinkariert mag ja meine Meinung noch durchgehen, dass die kostenlose Bargeldversorgung weltweit doch ein wenig karg bemessen ist, in Kanada etwa läuft das nur bei der Scotiabank, in Frankreich bei der BNP Paribas, und in Australien spuckt der Automat die gewünschten Moneten gebührenfrei lediglich bei der Westpac aus. Schwerer wiegt meines Erachtens, dass es diese prima fünf Prozent nur ein halbes Jahr lang gibt, danach gilt der variable Zinssatz von derzeit 3,8 % p. a., was immer noch in Ordnung ist.
Wer aber „den Fehler“ macht, einen Monat nach Eröffnung dieses Kontos mit der SparCard Geld abzuheben, zerschießt sich die Renditezusage von fünf Prozent auf der Stelle, und wer den noch größeren Fehler begeht, mehr als 2 000 Euro monatlich zu ziehen, wird mit Vorschusszinsen bestraft. Der Autofahrergeldanlegerheimvorteil hätte dann so nie bestanden.


Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“
Wie an jedem 1. Samstag des Monats können Sie auch am 3. November 2007 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen. Wenn Sie also in Finanzdingen „der Schuh drückt“, wählen Sie bitte 02 21/98 54 80-17.
Die kostenlose Telefonberatung ist ein Service
des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.
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