ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2007EU-GESUNDHEITSVERGLEICH: Versorgungsdichte in Deutschland hoch

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EU-GESUNDHEITSVERGLEICH: Versorgungsdichte in Deutschland hoch

Dtsch Arztebl 2007; 104(44): A-2976 / B-2624 / C-2544

Spielberg, Petra

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Foto: Fotolia/Vesel
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Deutschlands Gesundheitssystem kann sich im Vergleich zu den meisten anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) gut behaupten. Hinsichtlich der Zahl der Ärzte und der Krankenhausbetten nimmt Deutschland sogar eine Spitzenstellung ein. Dies geht aus einem vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium in Auftrag gegebenen Bericht hervor. Der Bericht erfasst Vergleichsdaten der Sozialsysteme der ehemals 15 Mitgliedsländer der EU (EU-15) zwischen 1994 und 2004.
Demnach kommen hierzulande auf 100 000 Einwohner 352 Ärzte. Nur Belgien und Griechenland verfügen über eine höhere Dichte. Der Durchschnitt in der EU-15 liegt bei 320 Ärzten auf 100 000 Einwohner. Allerdings schwankt die Arztdichte in Deutschland von Bundesland zu Bundesland. Das gilt sowohl für die haus- als auch für die fachärztliche Versorgung. Spitzenreiter sind Berlin, Hamburg und Bremen. Das Schlusslicht bilden Brandenburg und Niedersachsen. Die Versorgungsdichte mit Zahnärzten, Krankenschwestern und Apothekern ist bundesweit eher durchschnittlich.
Bei der Bettenzahl nimmt Deutschland mit 858 Betten je 100 000 Einwohner den zweiten Platz hinter Luxemburg ein und liegt weit über dem EU-Durchschnitt von 575 Betten. Bei der Lebenserwartung landet Deutschland im Mittelfeld (Männer: 76,2 Jahre; Frauen: 82,1 Jahre). Die Spitzenplätze belegen Schweden, Spanien, Italien und Frankreich. Die geringste Säuglingssterblichkeit weisen Italien und Finnland auf. In Deutschland versterben im Schnitt 4,1 von 1 000 Neugeborenen.
Die Gesundheitsausgaben pro Kopf betragen in Deutschland 2 608 Euro. Mehr geben nur die Luxemburger, Österreicher und Franzosen aus (EU-Durchschnitt: 2 318 Euro). Zwölf Prozent aller Gesundheitsausgaben müssen deutsche Patienten aus eigener Tasche zuzahlen. Die EU-15 kommt zusammen genommen auf einen Selbstzahleranteil von 14,3 Prozent. Die Gesundheitsausgabenquote liegt hierzulande hingegen mit 10,6 Prozent am Bruttoinlandsprodukt etwas über dem EU-Niveau von 9,5 Prozent. ps
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