ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2007Stents: Differenz zwischen Wissenschaft und Praxis

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Stents: Differenz zwischen Wissenschaft und Praxis

Dtsch Arztebl 2007; 104(44): A-2980

Blöß, Timo

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Mit Medikamentenschicht oder ohne: Für das Ergebnis einer Stent-Implantation ist das offenbar nicht so wichtig, wie vielfach angenommen. Foto: dpa
Mit Medikamentenschicht oder ohne: Für das Ergebnis einer Stent-Implantation ist das offenbar nicht so wichtig, wie vielfach angenommen. Foto: dpa
Die Vorteile von beschichteten Stents gegenüber nicht Medikamente freisetzenden Stents werden überschätzt – zu diesem Ergebnis kommt die Gmünder Ersatzkasse (GEK), die zusammen mit dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung Hannover (ISEG) die Daten der GEK-Versicherten bei der Versorgung koronarer Herzerkrankungen ausgewertet hat. Die Analyse ist Bestandteil des „GEK-Reports akut-stationäre Versorgung 2007“.
Die mit Medikamenten beschichteten Stents sollen britischen Studien zufolge die Zahl der Re-Interventionsraten um 38 bis 50 Prozent senken. Mehr als ein Drittel der Patienten profitieren demnach von den beschichteten Stents, wenn diese anstatt der normalen Stents eingesetzt werden. GEK und ISEG relativieren nun mit ihren Untersuchungen diese Ergebnisse. Lediglich bei etwa 20 Prozent ergäben sich durch die beschichteten Stents Verbesserungen. „Zwischen Wissenschaft und Praxis klafft eine Differenz“, sagte der GEK-Vorstandsvorsitzende, Dieter Hebel.
Die Geschwindigkeit, mit der die neuen Stents in Deutschland eingeführt wurden, sei darum diskussionsbedürftig, erklärte der Leiter der Studie, Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Schwarz vom ISEG. Die Ergebnisse klinischer Studien, die zumeist in guten, spezialisierten Klinikzentren durchgeführt würden, könnten nicht immer eins zu eins auf die Routineversorgung übertragen werden. Der technisch-innovative Druck müsse deswegen kritisch begleitet werden, forderte Schwarz. TB
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