ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2007Ärztemangel: Der enthumanisierte Beruf
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Die Frage der Autoren: Waren die Arbeitsbedingungen früher (während der Ärzteschwemme) besser als heute, kann ich nur mit einem eindeutigen Ja beantworten. Dabei beziehe ich mich auf den Zeitraum von 1970 bis Anfang der 90er-Jahre. Was den Arztberuf zunehmend unattraktiv macht und unsere Berufskultur deutlich sinken lässt, ist die ganz erhebliche Störung der Arzt-Patienten-Beziehung durch Änderungen des „Menschenbildes“ unter dem Einfluss einer neoliberalen Ideologie. Gefragt ist statt des „Arztes“ der „homo oeconomicus“, der als „Leistungserbringer“ dem Kunden „Krankheitsträger“ gegenübersteht. Entscheidend ist nicht nur der jeweilige „Marktwert“ von Arzt, Patient und vor allem dessen Krankheit (DRG), sondern auch psychosoziales „Rating“, das größere Teile unserer Bevölkerung zu „human trash“ erklärt. In dieser neuen schönen Welt der Ökonomen hat eine vertrauensvolle, engagierte Arzt-Patienten-Beziehung keinen Platz, nein, sie stört nur. Was uns älteren Ärzten an Ethik und Patientenzuwendung vorbildlich erschien, ist heute ganz offensichtlich schädlich. Es ist diese Enthumanisierung, die den Arztberuf heute so freudlos macht . . .
Prof. Dr. med. Lothar Schuchmann,
Auwaldstraße 90 (EKZ), 79110 Freiburg im Breisgau
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