ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2007Ärztemangel: Die Realität
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
. . . Die von den Autoren genannten Punkte sind grob-statistisch wahrscheinlich richtig, spiegeln aber nicht das ärztliche Alltagsgeschehen wider, das sich im Laufe der Jahre in den Kliniken erheblich verändert hat. Beginnen möchte ich mit dem Hinweis, dass der Numerus clausus im Fach Medizin den Einserkandidaten fast moralisch zwang, Medizin zu studieren, und den nicht zuließ, der aus Neigung das Fach studieren wollte, dessen Durchschnittsnote aber nicht ausreichte. Später stellte sich heraus, dass hohes Sozialprestige und hervorragendes ärztliches Einkommen nicht oder selten einlösbare Versprechen waren. Enttäuschung war die Folge. Wer in andere Berufssparten abwandern konnte, tat es. Hinzu kam der Zwang, innerhalb der Weiterbildungszeit zu wechseln. Das führte zu Turbulenzen mit Verlängerung der Weiterbildungszeiten, z. B. Facharzt für Orthopädie nach neun Jahren (unverschuldet). Die Zeit als Assistenzarzt diente nur zweitrangig der Weiterbildung des Kollegen. Im Vordergrund standen unbezahlte Überstunden, ein zunehmender Druck, die Verweildauer des Patienten möglichst kurz zu halten und die Dokumentation zu optimieren . . . All dies zusammen hat in den folgenden Jahren sicherlich mit dazu beigetragen, dass sich für männliche Kollegen der Ausstieg lohnte und dass weibliche Kollegen die Chance zur Teilzeitbeschäftigung nutzten, denn so war wahrscheinlich der Klinikalltag besser zu ertragen . . .
Dr. med. Rainer Goldammer, Tieckstraße 8,
53340 Meckenheim
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige