ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2007Ärztemangel: Eine Ursache fehlt
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Es ist schon erstaunlich, um nicht zu sagen bezeichnend für die nicht an der Basis Arzt und Patient orientierte gesundheitspolitische Landschaft, wenn in einem Artikel des DÄ mit dem Anspruch einer „Diagnosestellung“ für den Ärztemangel ein ganz entscheidendes ursächliches Kriterium einfach weggelassen wird: die in den letzten Jahren zunehmende Verschlechterung der Bedingungen der niedergelassenen Ärzte (die ich jetzt nicht nochmals aufzählen werde). Sie stellen immerhin noch knapp die Hälfte aller in Deutschland tätigen Ärzte und sind für 90 Prozent aller Patientenkontakte zuständig. Die in dem Artikel skizzierten Probleme (mit den angesprochenen Abhilfemöglichkeiten) der Krankenhäuser bzw. dort tätigen Ärzte sind sicher für das Thema sehr wichtig, aber doch nicht allein entscheidend für die Berufsperspektive der potenziellen Ärzte! Über viele Jahre war die Niederlassung in der freien Praxis für etwa die Hälfte der im Krankenhaus ausgebildeten Ärzte eine auch wirtschaftlich attraktive Alternative gegenüber der Tätigkeit im Krankenhaus – das ist sie jetzt, nach immer noch laufender finanzieller „Austrocknung“ dieses Sektors durch die Gesundheitspolitik, leider nicht mehr . . . Und noch etwas: Ein Symptom für die Diagnosestellung zur Ursache des Ärztemangels hat der Autor augenscheinlich auch unterschlagen – die Flucht von Ärzten, hier teuer und immer noch gut ausgebildet, ins Ausland. Schwer zu raten, warum so viele junge und sogar auch schon etabliertere ältere Ärzte den Weg ins Ausland suchen . . .
Dr. med. Winfried Thraen, Schadowplatz 9,
40212 Düsseldorf
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