ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2007Art Basel und Begleitmessen: Highlights und Experimentelles

KULTUR

Art Basel und Begleitmessen: Highlights und Experimentelles

Dtsch Arztebl 2007; 104(44): A-3036 / B-2674 / C-2593

Jaeschke, Helmut

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Bild des 1973 geborenen Künstlers Scott Anderson am Stand der Galerie Kavi Gupta, Chicago, auf der „Volta Show“. Foto: Gerda Jaeschke
Bild des 1973 geborenen Künstlers Scott Anderson am Stand der Galerie Kavi Gupta, Chicago, auf der „Volta Show“. Foto: Gerda Jaeschke
Viele Galerien freuten sich bereits kurz nach Beginn der Messe über hervorragende Verkaufsergebnisse.

Die Schweizer haben offensichtlich das Glück gepachtet: Während die Eröffnungsparty der Documenta im Bergpark Wilhelmshöhe weitgehend ins Wasser fiel, konnte man wenige Tage vorher auf der 38. Art Basel nach den Galerierundgängen bei schönstem Sonnenschein einen erholsamen Zwischenstopp im Rund des Innenhofs einlegen oder mit dem Boot entspannt rheinabwärts von der Nebenmesse „Liste“ zur „Volta Show“ im Hafengebiet fahren. Und wer dann noch immer nicht genug Kunst gesehen hatte, den beförderte der Shuttle-Bus wieder zurück zur Art Basel in die Messehallen. Den drei Kilogramm schweren Katalog deponierte man besser an der Garderobe. Im abendlichen Studium konnte man dann nachlesen, wen von den 2 000 Künstlern man auf der Messe übersehen hatte.
Dazu gehörte sicherlich nicht Picasso, der allein von 29 Galerien angeboten wurde, oder Warhol, von dessen Ruhm 30 Galerien profitieren wollten. Dass seine späten, gefälligen Porträts nach Polaroidfotos der Reichen und Schönen wenig Anklang fanden, erstaunt nicht. Ansonsten freuten sich viele Galerien bereits kurz nach Beginn der Messe über hervorragende Verkaufsergebnisse. So fand Picassos Spätwerk „Homme a` la Pipe“ von 1964 für mehr als zehn Millionen US-Dollar einen Liebhaber, und bei den Jüngeren war eine überzeugende Mischtechnik auf Papier von Neo Rauch bereits am Vernissagetag für einen ungenannten Preis verkauft (Galerie Zwirner, New York). Alex Katz war mit zahlreichen Porträts und Landschaftsbildern vertreten und begehrt zu Preisen um die 400 000 US-Dollar für größere Formate. Da waren Käufer besser beraten, die sich für den gleichen Preis für eines der neuen Bilder von Thomas Huber mit seinen konsequent durchkomponierten und dennoch poetischen Raumsituationen entschieden oder für den doppelten Preis das „Airport“-Bild von Erik Bulatov erstanden (Galerie Skopia, Genf). Christine Streuli hat die Vorschusslorbeeren vom Vorjahr (DÄ, Heft 33/2006) eingelöst. Sie vertritt in diesem Jahr zusammen mit Yves Netzhammer auf der Biennale Venedig die Schweiz.
Experimentelle Exponate
auf den Nebenmessen
Eigene Entdeckungen konnte man am ehesten auf den Begleitmessen „Liste“ und „Volta Show“ machen. So beeindruckte auf der „Volta Show“, wie schon vor zwei Jahren auf dem Art Forum Berlin, Scott Anderson mit seinen großformatigen Ölbildern, die aus einer virtuellen Computerwelt zu stammen scheinen (Galerie Gupta, Chicago). Doch nach den vielen experimentellen Exponaten der Nebenmessen kehrte man gern zu den Highlights der Art Basel zurück. Und wer dann noch das Glück hatte, dem Meister persönlich am Stand der Galerie Acquavella zu begegnen, der wird sicherlich im nächsten Jahr (4. bis 8. Juni 2008) erneut nach Basel kommen, auch wenn Sam Keller die Leitung der Messe 2008 an ein Trio abgeben wird, das die Kompetenzen künstlerische Leitung (Cay Sophie Rabinowitz), Strategie und Entwicklung (Marc Spiegler) sowie Organisation und Finanzen (Annette Schönholzer) erst einmal unter sich aufgeteilt hat.
Dr. med. Helmut Jaeschke
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