ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2007Interview mit Daniel Poeschkens, gematik: „Wir wenden uns verstärkt an die Ärzte“

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Interview mit Daniel Poeschkens, gematik: „Wir wenden uns verstärkt an die Ärzte“

Dtsch Arztebl 2007; 104(44): A-3040 / B-2678

Krüger-Brand, Heike E.

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Foto: gematik
Foto: gematik
Was wird die gematik zum Projekt der elektronischen Gesundheitskarte bei der Medica an Neuigkeiten zeigen?
Poeschkens: Wir wollen uns mit einem zweiteiligen Programm – einerseits Livevorführungen, andererseits einer Vortragsreihe – verstärkt an die Ärzte wenden. In den praktischen Livevorführungen werden wir demonstrieren, wie sich die eGK und der Heilberufsausweis in den Praxisalltag eingliedern. Im Vortragsprogramm wollen wir gezielt versuchen, kritische Argumente der Ärzte aufzugreifen und zu diskutieren. Außerdem werden Erfahrungsberichte aus allen Testregionen vorgestellt. Jeweils der Projektleiter der Testregion und ein Arzt werden ausführlich darüber berichten, was wie getestet wurde und wie die Tests bisher verlaufen sind.

Was ist unter den Livevorführungen zu verstehen?
Poeschkens: Wir werden viele verschiedene Szenarien zum Umfeld der eGK zeigen, beispielsweise was passiert am Empfang der Praxis, wo der Versicherte mit seiner eGK eintrifft? Wie sieht der Ablauf bei zwei Behandlungszimmern aus: Hier ein Allgemeinarzt, dort ein Facharzt – wie sieht dabei der Informationsaustausch aus? Der Versicherte geht später an den elektronischen Patientenkiosk, um sein elektronisches Rezept einzusehen. Wie sehen die Abläufe in der Apotheke aus und anderes mehr. Unser Anliegen ist es zu zeigen, dass sich eGK und HBA in die Praxis einfügen lassen, ohne Abläufe zu komplizieren.

Also neue und erweiterte Vorführungen im Vergleich zum Vorjahr. Was gibt es mit Blick auf die Testregionen zu berichten?
Poeschkens: Im letzten Jahr hat man über die Testregionen gesprochen, aber es gab noch viel zu tun, um mit den Tests starten zu können. Ein Jahr weiter laufen die Erprobungen in allen Regionen, und zwar mit Echtdaten – ob das nun in Sachsen oder Schleswig-Holstein ist, wo die Tests schon länger laufen, oder in Heilbronn, das erst kürzlich eingestiegen ist. Es gibt auf jeden Fall aus diesen Regionen etwas Berichtenswertes. Um noch einmal den Bogen zu spannen zum Vortragsprogramm: Wir werden die Praktikabilität zeigen in den Livevorführungen, möchten aber auch noch etwas sagen zum Datenschutz und zur Datensicherheit, zur Gesamtarchitektur und zum Zulassungsverfahren, ebenso aber auch zur Ausgabe des Heilberufsausweises, also alles das thematisieren, was den Arzt im Zusammenhang mit der Einführung der eGK interessiert. Dazu gehören beispielsweise auch die Stapel- und Komfortsignatur.

Wie ist der Stand bei der Lösung für die Stapel- und Komfortsignatur? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik prüft ja noch, welches Verfahren infrage kommt.
Poeschkens: Bei der Stapelsignatur können beispielsweise mehrere Rezepte mit einer einzigen PIN-Eingabe unterzeichnet werden. Dies ist technisch kein Problem. Unklar ist noch, wie die Komfortsignatur technisch umgesetzt werden wird: Signaturlösung per Fingerprint und/oder eine Lösung mit Token und RFID (Funkchip). Auf der Messe werden wir aber voraussichtlich beide Verfahren zeigen.

Sind alle bisher von der gematik zertifizierten Produkte zu sehen?
Poeschkens: Ja, wir werden an unserem Stand alle Komponenten zeigen, die wir zugelassen haben oder die sich zurzeit im Zulassungsverfahren befinden, sodass wir den Standbesuchern einen Gesamtüberblick über die Produktsituation geben können.
Die Fragen stellte: Heike E. Krüger-Brand
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