ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2007Compamed (14. bis 16. November 2007): Drahtlose Datenübermittlung

TECHNIK

Compamed (14. bis 16. November 2007): Drahtlose Datenübermittlung

Dtsch Arztebl 2007; 104(44): A-3050 / B-2687

Imhoff-Hasse, Susanne

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In der Medizintechnik hält der Trend zur Miniaturisierung und Vernetzung der Präzisionskomponenten mittels Mikrosystemtechnik, Mikro- oder Nanotechnologie ungebrochen an.

Für Ärzte gewinnt die mobile Analyse von Körperfunktionen und die Betreuung der Patienten mit Geräten für die Hosentasche an Bedeutung“, hebt Dr. Uwe Kleinkes vom Fachverband für Mikrotechnik (IVAM) gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt hervor. Vertreter aus Industrie und Forschung zeigen in Düsseldorf bei der COMPAMED Entwicklungen der Medizintechnik zu neuen Materialien und Produktionstechnologien (www.compamed.de). Mehr als 450 Aussteller präsentieren auf dieser Zulieferermesse Neues unter anderem aus den Bereichen Bauteile/Komponenten, Antriebssysteme, Filter, Pumpen und Technologien für die Herstellung medizinischer Geräte, Rohmaterialien, Klebstoffe, Prüfsysteme und Verpackung.
Ein Bereich ist die Überwachung von Krankheitsverläufen durch Sensoren und Implantate, die die Körperfunktionen messen. So wird zum Beispiel das Institut für Werkstoffe der Elektrotechnik an der RWTH Aachen transponderbasierte Mikrosysteme zeigen, die auf drahtloser Übertragung von Daten und Energie mittels elektromagnetischer Kopplung beruhen. Präsentiert werden verschiedene Funktionsmuster, etwa ein Implantat zur Überwachung des Augeninnendrucks. Beim Retina-Implantat wird eine dünne Folie mit Chips ins Auge eingesetzt, über die neuronale Signale an eine Stimulationselektrodenmatrix auf der Netzhaut geleitet werden. Die Verbindung von äußerer Kamera und Implantat sei kabelfrei, erläutert Dr. Uwe Schnakenberg von der RWTH Aachen für das Konsortium den Vorteil des Systems.
Funktionsmuster der RWTH gibt es auch zur Blutdruckmessung in der Arteria femoralis, bei der ein in einer Katheterspitze befindlicher Sensor mit einem 0,7 mm × 5 mm großen Chip, den Forscher am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme herstellten, implantiert wird. An der Entwicklung ist auch das Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik in Aachen beteiligt.
Um Sensorsysteme weiterzuentwickeln, nutzt beispielsweise die schweizerische Firma Sensirion Bauteile, die auf Halbleitern mit geringer Leistungsaufnahme (Complementary Metal-Oxide Semiconductor, CMOS) basieren. Sensirion stellt Gasfluss- und Flüssigkeitssensoren für Anästhesiesysteme und Infusionstechnik vor (www.sensirion.com/de). Die Axetris Microsystems Division von Leister Process Technologies zeigt thermische Strömungssensoren zum Einsatz in Beatmungsgeräten (www.axetris.com).
Die Aceos GmbH zeigt zwei neue Sauerstoffsensoren: ACE-Xmed2, mit sehr schnellen Ansprechzeiten (weniger als 50 Millisekunden) für Anwendungen bei Kleinkindern, und ACE-Xmed3 mit einem Messbereich bis 60 Volumenprozent Sauerstoff für das Patientenmonitoring. Einige Unternehmen bieten 3-D-Messverfahren im Nanometerbereich zur Oberflächenkontrolle zum Beispiel von Implantaten oder Stents an (Nanofocus AG, www.nanofocus.de).
Implantat zur elektrischen Stimulation der Retina. Foto: RWTH Aachen
Implantat zur elektrischen Stimulation der Retina. Foto: RWTH Aachen
Mikropumpen
Die Labortechnik benötigt miniaturisierte Pump- und Dosiersysteme. So hat das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) das Konzept für die Kommerzialisierung einer Mikromembranpumpe aus Silizium für Flüssigkeiten und Gase entwickelt (www.pb.izm.fhg.de/izm/DE). Die Pumpe ist 7 × 7 × 1,1 mm groß und kann zwei Milliliter pro Minute befördern. Industriepartner für die Umsetzung in verschiedenen Anwendungen ist das Unternehmen Paritec GmbH (www.paritec.de). Auch in der Medizintechnik wächst der Bedarf stark, hier ist die Paritec ebenfalls Partner für weitere IZM-Pumpentypen. Mikrofluidische Systeme sind im Kommen, wie der elektronische Arzneistoffvernebler PARI eFlow der PARI GmbH, der ein Aerosol aus einem flüssigen Arzneimittel mittels einer vibrierenden, perforierten Stahlmembran erzeugt (www.pari.de).
Erstmals zu sehen ist die Mikropumpe mp6 der Bartels Mikrotechnik auf dem IVAM-Gemeinschaftsstand (www.bartels-mikrotechnik.
de), bei der der erreichbare Gegendruck auf 500 Millibar verdoppelt wurde. Bei Abmessungen von 37 × 15 × 3,5 mm3 liegt der maximale Volumenstrom bei fünf Milliliter pro Minute. Das Bauteil besteht aus Kunststoff, es kann daher preisgünstig für Einwegeinheiten hergestellt und extrakorporal für Infusionen, zur Arzneistoffdosierung oder Diagnostik eingesetzt werden.
Einige traditionelle Aussteller der Medica wechseln in diesem Jahr erstmals zur COMPAMED, wie die Unternehmen Bürkert (Systemanbieter für Fluidtechnik; www.buerkert.de), Binder (Hersteller von Steckverbindungen; www.binder-connector.de) und Nicolay (Kabelsysteme und Zubehör; www.nicolay.de).
Susanne Imhoff-Hasse
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