ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2007Mobbing im Krankenhaus: Anspruch auf Schmerzensgeld

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Mobbing im Krankenhaus: Anspruch auf Schmerzensgeld

Dtsch Arztebl 2007; 104(45): A-3062 / B-2698 / C-2606

Gerst, Thomas

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Mobbing macht krank: Wer in seiner fachlichen Qualifikation herabgewürdigt wird, kann psychische Schäden erleiden. Foto: vario images
Mobbing macht krank: Wer in seiner fachlichen Qualifikation herabgewürdigt wird, kann psychische Schäden erleiden. Foto: vario images
Ein Oberarzt, der durch den Chefarzt in seiner fachlichen Qualifikation herabgewürdigt wird und deshalb psychisch erkrankt, hat gegen seinen Arbeitgeber Anspruch auf Schmerzensgeld. Dies stellte das Bundesarbeitsgericht in dem Urteil vom 25. Oktober fest (Aktenzeichen 8 AZR 593/06). Die Erfurter Richter wiesen gleichzeitig die Forderung des Klägers nach Entlassung des Chefarztes zurück. Einen Anspruch auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz außerhalb der Weisungsbefugnis des bisherigen Vorgesetzten habe der Oberarzt nur dann, wenn ein solcher Arbeitsplatz in der Klinik vorhanden sei.
Das Landesarbeitsgericht hatte zuvor zwar „mobbingtypische Verhaltensweisen“ des Chefarztes anerkannt, einen Schmerzensgeldanspruch aber verneint, denn der Chefarzt habe nicht erkennen können, dass der klagende Oberarzt aufgrund der Auseinandersetzungen psychisch erkranken werde. Das Bundesarbeitsgericht hob dieses Urteil auf und verwies den Rechtsstreit zurück an die Vorinstanz. Die beklagte Klinik habe für den Schmerzensgeldanspruch einzustehen, weil der Chefarzt ihr Erfüllungsgehilfe sei. Zu prüfen sei zudem, ob der Oberarzt unmittelbare Ansprüche gegen den Arbeitgeber habe, weil dieser möglicherweise seine Verpflichtung verletzt habe, den Kläger vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz zu schützen. TG
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