ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2007Pflegereform: Im Heim degradiert
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. . . Niemand erwartet Gutes von Ulla Schmidt, aber so viel sozialistische Gängelung hätte ich ihr auch wieder nicht zugetraut. Das wäre das Ende der freien Arztwahl. Man stelle sich das ruhig mal am eigenen Beispiel vor: Ich werde pflegebedürftig und habe keine Familie, die die Pflege übernimmt, oder sie werden damit nicht fertig . . . Dann komme ich in ein Pflegeheim, und dann kann ich meinen Hausarzt, mit dem mich ein jahrzehntelanges Vertrauensverhältnis verbindet, in die Wüste schicken. Denn da gibt es ja einen Heimarzt, und entweder (das würde den Vorstellungen von Frau Schmidt vermutlich eins zu eins entsprechen) ist der zwangsweise für alle Heimbewohner zuständig, oder man wird mehr oder weniger unsanft dahin manipuliert, dass man zu ihm geht . . . Ein Pflegeheim ist nicht mit einem Krankenhaus vergleichbar. Hier spricht man mit gutem Recht nicht von Patienten, sondern von Bewohnern, für die hier der Lebensmittelpunkt ist. Hier spielt sich ihr angeblich geschütztes Privatleben in seinem angeblich besonders geschützten Kernbereich ab. Aber weil sie ja pflegebedürftig sind, dürfen wir sie kollektivieren und zu Nummern degradieren, ohne dass jemand auch nur leisen Protest in diese Richtung anmeldet. Wo doch jeder halbwegs denkende Mensch laut aufschreien müsste.
Dr. Eva Maria Phieler, Kernscheider Höhenweg 14, 54296 Trier
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