ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2007Brustkrebs: Weitere Studien nötig
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Die Phase-III-Studie, die bei der FDA und in der Schweiz zur Zulassung von Lapatinib (Tykerb®) in Kombination mit Capecitabin für die Behandlung von Patientinnen mit ErbB2-positiven Mammakarzinomen geführt hat, konnte bis dato keine Verbesserung von Überlebenszeit oder Lebensqualität im Vergleich zur arzneimittelrechtlich zugelassenen Capecitabin-Monotherapie aufzeigen. Ziel der Studie war es nicht, die Wirksamkeit von Lapatinib in der Behandlung von Hirnmetastasen zu prüfen. Die publizierten explorativen Auswertungen zur Häufigkeit von Hirnmetastasen als erste Metastasenlokalisation bei Progression trotz Capecitabin- bzw. Lapatinib/Capecitabin-Therapie erfordern für einen Wirksamkeitsbeleg weitere Studienevaluationen. Im Beitrag leider ungenannt blieb, dass in der Phase-II-Studie zur Lapatinib-Monotherapie zur Behandlung von Patientinnen mit Hirnmetastasen das in der Studienhypothese geforderte Wirksamkeitslevel (HA: ) 20 Prozent partielle Remissionen) verfehlt wurde (erreicht wurden sieben Prozent PR). In dem „Extension“-Arm der Studie konnte zudem nach Progression unter Lapatinib die zusätzliche Capecitabin-Gabe deutlichere Aktivitätseffekte herbeiführen. Es liegen derzeit keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, die den Einsatz von Lapatinib außerhalb klinischer Studien begründen. Für Patientinnen mit Hirnmetastasen bei ErbB2-positivem Mammakarzinom stehen wirksame und etablierte Behandlungsoptionen, insbesondere Strahlentherapie (Ganzhirnradiatio, Radiochirurgie), gegebenenfalls neurochirurgische Intervention und/oder systemische Chemotherapie mit auch nach Versagen von Anthrazyklinen, Taxanen und Trastuzumab zugelassenen Arzneimitteln, wie Capecitabin oder Vinorelbin, zur Verfügung.
Literatur bei den Verfassern
Dr. med. Barbara Zimmer MPH,
Prof. Dr. med. Axel Heyll,
Kompetenz Centrum Onkologie, MDK-Nordrhein,
Bismarckstraße 43, 40210 Düsseldorf
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