ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2007Krankenhaus: Das Risiko bleibt beim Krankenhaus
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Vielen Dank für den oben genannten Beitrag im DÄ. Was ich in dem Artikel und in der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage „Der Linken“ vermisse, ist die Fragestellung, ob nicht auch die Kostenträger an einer vorzeitigen Entlassung interessiert sind. Hier ist vor allem auf die Anfragen von Kostenträgern und MDK abzuheben, wenn ein Krankenhaus die/en Patientin/en einen oder zwei Tage oberhalb der unteren Grenzverweildauer entlässt . . . Wird der MDK mit der Prüfung dieser Fälle beauftragt, erfolgt meistens eine Prüfung nach dem Motto: „Es ist doch gut gegangen, also hätte der/die Patient/in früher entlassen werden können.“ Hier verdreht sich dann oft die gesetzlich geforderte „Ex-ante“-Prüfsicht in eine „Ex-post“-Betrachtung zum finanziellen Wohl der Kostenträger. Das Risiko bleibt, wie auch immer, bei dem Krankenhaus:
– wird ein/e Patient/in wegen Risikofaktoren länger behandelt, droht die Prüfung und der Abzug von Erlösen. – wird ein/e Patient/in kurzfristig, bei gutem Zustand zur Entlassung tatsächlich entlassen, und es kommt zu einer Komplikation, wird postuliert, dass eine weitere stationäre Behandlung vonnöten gewesen sei, und das Krankenhaus/die Ärzte in (haftungsrechtlichen) Regress genommen. Unbeschadet gehen nur Kostenträger und MDK daraus hervor, weil keine direkte Verantwortlichkeit gegenüber dem Patienten besteht. Jede/r MDK-Ärztin/-Arzt würde Patient(inn)en länger im Krankenhaus belassen, wenn sie/er die Verantwortung direkt tragen müsste.
Dr. med. Andreas Weigand,
Diakonie in Südwestfalen gGmbH, Wichernstraße 40, 57074 Siegen
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