ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2007Interview: Was ist ein Frontmann?
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Wenn ich lese: „Der Frontmann des ,Patient als Partner‘-Förderschwerpunkts“, schwillt bei mir der Kamm. Was ist ein „Frontmann“ auf dem Gebiet der Medizin? Ist es der Beste oder gar der Allwissende oder nur der beste Windmacher? Herr Kollege Härter hat herausgefunden, dass man das in mehreren Hundert Jahren entwickelte Pflänzchen der Arzt-Patienten-Beziehung in die Form eines psychologischen Korsetts zwängen kann, ja muss, um der vermeintlichen Hierarchie der Ärzte ein Ende zu bereiten . . . Gegenwärtig ist ein Hauptproblem der Ärzte, das aus dem Internet gezogene „Wissen“ der Patienten über ihren Fall zu ordnen und auf das wirklich Zutreffende zu konzentrieren. Es ist nicht die Angst der Ärzte vor einem gut informierten Patienten, sondern – wie sogar Herr Härter einräumt – die fehlende Zeit für lange Gespräche (Härter: „Bei nicht trainierten Ärzten vergeht sehr viel Zeit im Gespräch für Dinge, die für die Entscheidungsfindung nicht so relevant sind. Wenn man diesen Zeitraum abkürzt, gewinnt man mehr Zeit . . .“). Dafür bietet er dann Gesprächsschablonen an, die das Wesentliche enthalten sollten. Eine Aura zwischen Arzt und Patienten und wie diese geschaffen wird, spielt wohl keine große Rolle mehr? Vielleicht könnte man den Aufbau einer Aura im Wechselrollenspiel trainieren. Arme Patienten, arme Ärzte!
Dr. med. Gottfried Hillmann,
Thomas-Mann-Straße 11, 60439 Frankfurt
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