ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2007DVD „Filme sehen lernen“: Über filmästhetische Grundlagen

KULTUR

DVD „Filme sehen lernen“: Über filmästhetische Grundlagen

Dtsch Arztebl 2007; 104(45): A-3124 / B-2748 / C-2655

Weiss, Rolf M.

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LNSLNS Tagtäglich mit unzähligen Bildern konfrontiert, wissen doch nur die wenigsten, von welchen Überlegungen her all die großen und kleinen Filme, die Clips und Spots produziert werden. Welchen Grundsätzen folgen die Regisseure, wenn sie sich für eine bestimmte filmische Lösung entscheiden? Und was bewegt einen namhaften kapitalstarken Produzenten dazu, die Verfilmung eines Stoffs nur einem ganz bestimmten Regisseur anzuvertrauen? Auch in der Filmbranche – das Zusatzmaterial vieler DVDs belegt es – schmückt man sich gern mit dem nicht unbedingt allgemein verständlichen Vokabular seiner Zunft. Häufig bleibt der Zuschauer, im schlechtesten Fall, nur überfordert zurück. Abhilfe schafft hier die DVD „Filme sehen lernen“, eine gleichermaßen instruktive wie unterhaltsame Einführung in die Grundlagen der Filmästhetik. Anhand exemplarischer Filmausschnitte aus der umfänglichen Geschichte des europäischen beziehungsweise amerikanischen Kinos werden die entscheidenden Ausdrucks- und Darstellungsmittel erklärt. Leicht verständlich aufgebaut, eröffnet das Menü problemlos den Zugriff auf die einzelnen Kapitel und das Archiv mit den Filmsequenzen. Neben einer kurzen Einführung in die Problemstellung bilden Themen wie „Die Kamera als Erzähler“, „Einstellungsgrößen“ oder „Schnitt/Montage“ die Schwerpunkte dieser Publikation. So erfährt man – durch jeweils passende Einspielungen weithin berühmter wie hervorragender Filme ins Bild gesetzt –, was etwa einen „jump cut“ auszeichnet oder worin „direct cinema“ und „cinéma vérité“ übereinkommen. Dadurch erweist sich die DVD gleichzeitig als eine Art Schatzkammer der Filmgeschichte, deren Entwicklung anhand exemplarischer Sequenzen nachgezeichnet wird, beispielsweise im Rückgriff auf den hier edierten Schlüsselfilm „Die Ankunft des Zuges“ (1895) der Gebrüder Lumière.
Das Archiv umfasst ausgesuchte Filmszenen von insgesamt circa 90 Minuten, wobei man unter anderem Arbeiten von Buñuel, Hitchcock, Riefenstahl, Tati, Zinneman verwendete. Mit Recht wurde die von Rüdiger Steinmetz (Universität Leipzig) verantwortete Edition, die neben der DVD auch ein ansprechend gearbeitetes Glossar umfasst, mit einem ersten Preis bedacht. Erhältlich bei Zweitausendeins zum Preis von 25,90 Euro. Rolf M. Weiss
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