ArchivDeutsches Ärzteblatt14/1997Honorarkonzept: In die USA schauen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Honorarkonzept: In die USA schauen

Popert, Uwe

Zu dem Beitrag "Alternatives Vergütungsmodell: Ärzteinitiative legt neues Honorarkonzept vor" von Josef Maus in Heft 10/1997
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LNSLNS . . . Weil wir nicht in den USA sind und das Ganze ja auch erst mal mit Krankenkassen und KV-
Strukturen verträglich sein soll (Aufgabenstellung!), nennt sich das vorgeschlagene Projekt erst einmal ganz neutral "Gruppe" und soll dadurch bestechen, daß es modern ist und irgendwie Geld sparen hilft.
Kritikpunkte im einzelnen:
l Wie genau gespart werden soll, wird (vorsichtshalber?) nur vage angedeutet.
l Tendenz: Hausärzte nur als Vorsortierer und Koordinatoren; Bezahlung nur nach Patientenzahl - Zitat: "Das Spektrum an (hausärztlichen) Leistungen ist weitgehend standardisierbar." Diese Behauptung kann ich leider nicht nachvollziehen, ich kenne keine Arztgruppe mit einem größeren und differenzierteren Spektrum!
l Vermutliches Ziel: Einsparung von Allgemeinärzten . . .
l Statt dessen Einführung einer zusätzlichen Managementebene . . .
l Die zusätzlichen Kosten werden verniedlicht oder verschwiegen . . .
l Einschränkung der freien (Fach-)Arztwahl . . .
l Die Gesamtkosten pro Patient werden erfaßt - das ist zwar nichts Neues, sondern eigentlich den KVen durch das SGB V schon vorgeschrieben worden - bisher wird das durch den offiziell geduldeten ChipkartenTourismus aber weitgehend verhindert . . .
l Die Ärztegruppe übernimmt zusätzlich zu den Morbiditätsrisiken noch fast alle Verwaltungsaufgaben - wofür dann noch Krankenkassen oder KVen?
l Ziele? Zitat: "Umsetzung zunächst in Koexistenz mit anderen Budgetformen." Will man etwa doch die KVen einsparen?
Ich fürchte nur, daß etwaige Verwaltungsersparnisse dadurch mehr als egalisiert werden, daß eine mächtige Krankenkasse kostendämpfend die lokalen "Gruppen" gegeneinander ausspielen kann . . .
Uwe Popert, Dörnbergstraße 21, 34119 Kassel
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