ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2007Ärger mit der Bank: Klagen möglichst vermeiden

BERUF

Ärger mit der Bank: Klagen möglichst vermeiden

Dtsch Arztebl 2007; 104(45): [95]

Vetter, Michael

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LNSLNS Streitigkeiten zwischen dem Arzt und der Bank landen häufig vor Gericht. Vor einem möglicherweise teuren Rechtsstreit gibt es aber auch die Möglichkeit, einen Schlichter oder Ombudsmann einzuschalten.

Das zum Teil angespannte Geschäftsklima zwischen Banken und Ärzten – nicht zuletzt durch die veränderten Kreditvergaberichtlinien („Basel II“) verursacht – und der damit verbundene Ärger um hohe Kreditzinsen oder saftige Gebühren fördert auf beiden Seiten fast zwangsläufig die Bereitschaft, bei Meinungsverschiedenheiten Gerichte anzurufen. Vor allem aus Sicht der Praxisinhaber ist die Entscheidung zu einer Klage jedoch mit dem Risiko eines langwierigen Verfahrens und entsprechender Kosten verbunden. Auf der anderen Seite ist es den Bankinstituten meist auch nicht recht, durch publikumswirksame Verfahren in die Öffentlichkeit zu geraten.
Die Volks- und Raiffeisenbanken, bei denen immerhin rund 80 Prozent der Ärzte ein Konto führen, bieten einen möglichen, bei den meisten Praxisinhabern bisher nicht bekannten Ausweg aus diesem Dilemma: Beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken kümmert sich eine Kundenbeschwerdestelle um entsprechende Reklamationen. Das für den betroffenen Arzt grundsätzlich kostenlose Verfahren bietet ihm darüber hinaus den Vorteil, dass er bei einer für ihn negativen Entscheidung des Schlichtungsverfahrens nach zu empfehlender Abstimmung mit einem Anwalt gegebenenfalls noch ein ordentliches Gericht anrufen kann. Der Ablauf einer derartigen Beschwerde schließt in der Regel ein Vorprüfungsverfahren ein, in dem die vom Arzt der Kundenbeschwerdestelle vorgelegten Unterlagen geprüft und die betroffene Bank um eine Stellungnahme gebeten werden. Möglicherweise ist die Angelegenheit für den Arzt damit bereits erledigt – wenn die Genossenschaftsbank einlenkt. Ist dies nicht der Fall, befasst sich der offizielle Schlichter oder „Ombudsmann“ mit dem Sachverhalt und führt schließlich eine Entscheidung herbei.
Ziel: Konfliktbegrenzung
Mittlerweile bieten auch andere Finanzdienstleister entsprechende Hilfestellungen zur Konfliktbegrenzung an. Das Spektrum möglicher Adressaten ist umfangreich: Neben den Bankinstituten umfasst es vor allem Versicherungen, Bausparkassen und private Kran­ken­ver­siche­rungen. Insgesamt handelt es sich also um Branchen, bei denen es für nahezu jeden Arzt Berührungspunkte entweder als Praxisinhaber oder als Privatperson gibt. Nicht zufriedenstellende Schadensregulierungen bei Versicherungen, lange Zuteilungszeiten für Baudarlehen bei Bausparkassen oder Ärger über Prämienerhöhungen bei privaten Kran­ken­ver­siche­rungen gehören längst zum Konfliktpotenzial zwischen Finanzanbietern und ihren Kunden.
Beschwerdestellen oder sogenannte Ombudsmänner können mit ihrer verantwortungsvollen Aufgabe einen erheblichen Teil zur Klimaverbesserung beider Geschäftspartner beitragen. Darüber hinaus ermöglichen sie, im Einzelfall verloren gegangenes Vertrauen zwischen den Vertragsparteien wieder herzustellen.
Neben den Ansprechpartnern in den einzelnen Sparten steht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als zuständige Bundesaufsicht der Finanzbranche für Rückfragen ebenfalls zur Verfügung. Informationen dazu findet man im Internet unter: www.bafin.de.
Michael Vetter


Ansprechpartner bei Finanzproblemen

- Genossenschaftsbanken:
Kundenbeschwerdestelle beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Telefon: 0 30/2 02 10, Internet: www.bvr.de
- Sparkassen:
hier sind die regionalen Sparkassenverbände zuständig, deren Rufnummern oder Anschriften die örtlichen Sparkassen nennen können, Telefon: 0 30/20 22 50, Internet: www.dsgv.de
- Private Banken:
Kundenbeschwerdestelle des Bundesverbandes Deutscher Banken: Telefon: 0 30/1 66 30,
Internet: www.bdb.de
- Versicherungen:
Versicherungsombudsmann e.V.: Telefon: 0 30/2 06 05 80,
Internet: www.versicherungsombudsmann.de
- Private Kran­ken­ver­siche­rungen:
Ombudsmann für den Verband der Privaten Krankenversicherer, Telefon: 0 18 02/55 04 44,
Internet: www.pkv-ombudsmann.de
- Private Bausparkassen:
Bundesverband der Privaten Bausparkassen, Telefon: 0 30/5 90 09 15 00,
Internet: www.bausparkassen.de
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