ArchivDeutsches Ärzteblatt14/1997Honorarkonzept: Kuckucksei

SPEKTRUM: Leserbriefe

Honorarkonzept: Kuckucksei

Mommsen, Jens

Zu dem Beitrag "Alternatives Vergütungsmodell: Ärzteinitiative legt neues Honorarkonzept vor" von Josef Maus in Heft 10/1997
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LNSLNS Selber habe ich mich mit 200 DM an diesem Projekt beteiligt. Das Ergebnis dieser "Experten"-Idee liegt mir seit drei Wochen vor. Es ist kaum zu fassen, was unter den bekannten Namen Dr. Axel Munte und McKinsey entwickelt und nun im DÄ veröffentlicht wird.
Wir haben einen Kessel mit ungenießbarer Suppe: "Budgetierter deutscher Honorartopf", der auf die Terrinen "Budgetierte Honorartöpfe der Länder" aufgeteilt wird. Aus dieser Terrine erhält der einzelne Arzt einen Anteil: "Budgetiertes Honorar." Damit sind wir in hohem Maß unzufrieden. Was, bitte schön, soll sich denn ändern, wenn die versalzene Suppe aus der großen Landesterrine nicht auf kleine Teller für den einzelnen Kassenarzt, sondern auf große Gebinde für zirka 50 Esser verteilt wird?
Die Antwort ist simpel, und daher meine verwunderte Empörung über dieses Kuckucksei: der Verteilungskampf, den nur die Ärzte nicht wollen, wird lediglich auf eine untere Ebene verlegt und ist noch weiter weg von den dafür Verantwortlichen: Bundes-KV und Bundesvereinigung der Gesetzlichen Krankenkassen. Das nennt Kollege Munte: " . . . die mit den Einzelpraxisbudgets verbundenen Einschränkungen zu lockern und sich innerhalb einer Gruppe zu arrangieren." Das ist, in schönen Worten, genau das, was wir seit 1. Januar 1996 tun.
Wenn wir als Ärzte für so schlechte Arbeit ein so hohes Honorar erhalten, stimmt das Verhältnis von Leistung zu Preis nicht.
Dr. med. Jens Mommsen, Bahnhofstraße 30 A, 85562 Grafing
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