ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2007Kindesmisshandlung: Screening kann Schutz nicht verbessern

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Kindesmisshandlung: Screening kann Schutz nicht verbessern

PP 6, Ausgabe November 2007, Seite 493

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Kein zuverlässiger Schutz: Vorsorgeuntersuchungen stoßen bei subtilen Formen der Misshandlung an ihre Grenzen. Foto: Vario Images
Kein zuverlässiger Schutz: Vorsorgeuntersuchungen stoßen bei subtilen Formen der Misshandlung an ihre Grenzen.
Foto: Vario Images
Derzeit sind keine zuverlässigen Testverfahren verfügbar, mit deren Hilfe sich Kindesmisshandlung im Rahmen der Kinderfrüherkennungsuntersuchungen aufdecken ließe. Zu diesem Ergebnis kam kürzlich der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA). Der G-BA hatte mögliche Testverfahren geprüft, um ein Screening zu befürworten oder ablehnen zu können. „Von einem systematischen Test muss eine besonders hohe Verlässlichkeit und Genauigkeit gefordert werden“, sagte der G-BA-Vorsitzende, Dr. Rainer Hess. Die Gefahr von haltlosen und ungerechtfertigten Verdächtigungen und Vorverurteilungen von Eltern sei erheblich.
Für Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (bvkj), ist die Entscheidung nachvollziehbar. So, wie die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder derzeit gestaltet seien, ließe sich mit ihrer Hilfe das Problem nicht lösen: „Misshandeln können Eltern ganz subtil, ohne dass man es merkt.“ Der bvkj fordert die bisherigen „Us“ durch primärpräventive Anteile zu ergänzen, etwa eine differenzierte Sprachdiagnostik. Derzeit überprüft der G-BA die Inhalte.
Derweil haben Hessen und das Saarland einen Alleingang gestartet. In Hessen sollen ab Januar Eltern verpflichtet werden, ihre Kinder zu den Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 zu bringen. Im Saarland wird bereits flächendeckend kontrolliert, ob Kinder an den Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. sun
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