ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2007Psychisch kranke Kinder: Frühe Hilfe für Migrantenkinder

AKTUELL

Psychisch kranke Kinder: Frühe Hilfe für Migrantenkinder

PP 6, Ausgabe November 2007, Seite 493

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In Deutschland ist jedes fünfte Kind psychisch auffällig. Dabei sind Verhaltensauffälligkeiten und Essstörungen besonders häufig. Bei Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien und Migrantenfamilien häufen sich die psychischen Gesundheitsrisiken. Während 6,7 Prozent der Kinder, die nicht aus Migrantenfamilien stammen, Verhaltensstörungen aufweisen, beträgt dieser Anteil bei Migrantenkindern 9,8 Prozent. Noch deutlicher fallen diese Unterschiede in der Häufigkeit von Essstörungen aus. Umso dramatischer ist die Unterversorgung von psychisch kranken Kindern. Besonders zu spüren bekämen dies Heranwachsende aus Migrantenfamilien, erklärt die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK). Für sie fehlten zudem passende Gesundheitsangebote. „Das deutsche Gesundheitssystem diskriminiert Migrantenkinder“, kritisiert daher Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der BPtK.
Gemeinsam mit dem Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) fordert die Kammer die Bundesländer deshalb auf, Screenings für psychische Gefährdung und Verhaltensauffälligkeiten im Kindergarten und in der Schule einzuführen, damit frühzeitig Hilfe angeboten werden kann. Denn Eltern mit Migrationshintergrund gingen selten von sich aus zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten. „Wir brauchen dringend eine Reform der Kindergarten- und Schuleingangsuntersuchungen“, betont Dr. Klaus Walter, Vorsitzender des BVÖGD. Präventive Angebote seien erfolgreich, wenn sie im Kindergarten oder in der Schule ansetzten und nicht zu Diskriminierung oder Stigmatisierung führten. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema