ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2007Atypische Neuroleptika: Weniger verordnet aus Kostengründen

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Atypische Neuroleptika: Weniger verordnet aus Kostengründen

PP 6, Ausgabe November 2007, Seite 494

Bühring, Petra

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LNSLNS Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) kritisiert, dass vielen Schizophreniepatienten aus Kostengründen die neueren „atypischen“ Neuroleptika vorenthalten würden. Die „Atypika“ (zum Beispiel Clozapin, Quetiapin, Risperidon) seien etwa fünf- bis zehnmal so teuer wie die konventionellen Neuroleptika (zum Beispiel Haloperidol), verursachten jedoch keine „typischen“ extrapyramidal-motorischen Störungen, die Schizophreniepatienten zusätzlich stigmatisieren. „Die Atypika verbessern entscheidend die Lebensqualität und die Arbeitsfähigkeit der Patienten“, betonte Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel, Präsident der DGPPN. Die S-3-Behandlungsleitlinie der DGPPN empfiehlt die Atypika als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung der Schizophrenie. Diese Beurteilung werde von anderen nationalen und internationalen Fachgesellschaften unterstützt, so Gaebel.
Der gesundheitspolitische Sprecher der DGPPN, Prof. Dr. Jürgen Fritze, kritisierte insbesondere die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein dafür, drei atypische Neuroleptika (Olanzapin, Aripiprazol, Quetiapin) auf ihre „Me-too-Liste“ gesetzt zu haben. Überschreiten Psychiater und Nervenärzte dort die Me-too-Quote um 13,8 Prozent, droht ihnen eine Wirtschaftlichkeitsprüfung. KV-Pressesprecherin Ruth Bahners rechtfertigt dieses Vorgehen mit „anderen Expertenmeinungen“. Prof. Dr. med. Ulrich Schwabe, Pharmakologisches Institut der Universität Heidelberg, beispielsweise habe auf die CATIE-Studie verwiesen, die verdeutliche, dass die therapeutische Differenz zwischen alten und neuen Neuroleptika „nicht signifikant“ sei. Nach Einschätzung der KV sollte es Psychiatern leichtfallen, die Me-too-Quote einzuhalten, selbst wenn sie den Patienten, die von den alten Neuroleptika nicht profitierten, die teureren Präparate verordnen würden. Fritze befürchtet ein „rein ökonomisches Verordnungsverhalten“. PB
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