ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2007Stationäre Psychotherapie: Ursachen für Behandlungsabbrüche

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Stationäre Psychotherapie: Ursachen für Behandlungsabbrüche

PP 6, Ausgabe November 2007, Seite 508

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LNSLNS Lassen sich Abbrüche stationärer Psychotherapien vorhersagen? Mit dieser Frage haben sich Wissenschaftler der Universität Rostock befasst. Sie befragten 402 stationäre Psychotherapiepatienten beim Erstinterview und bei der Aufnahme und erfassten deren Verweildauer. Wie sich herausstellte, spielten so-ziodemographische (zum Beispiel Alter, Geschlecht, Familienstand) und klinisch-diagnostische Merkmale (zum Beispiel Dauer der Beschwerden, komorbide somatische Störungen, Vorerfahrungen mit stationärer Psychotherapie) nur eine untergeordnete Rolle für die Vorhersage. Als weitaus einflussreicher erwiesen sich hingegen motivationale Aspekte, insbesondere der Leidensdruck und die subjektive Wahrnehmung der Eignung von Psychotherapie. Beide konnten präziser anhand von Fremdbeurteilungen durch das therapeutische Personal als anhand von Selbstbeurteilungen durch die Patienten ermittelt werden, weshalb die Autoren empfehlen, immer auch die Einschätzung des therapeutischen Personals bei der Anamnese zu berücksichtigen. Patienten, die bereits innerhalb von zehn Tagen die Therapie abbrachen, unterschieden sich von Spätabbrechern durch einen hohen sekundären Krankheitsgewinn und geringe Einsichtsfähigkeit in psychodynamische und somatopsychische Zusammenhänge. ms

Klauer T, Maibaum F, Schneider W: Selbst- und Fremdeinschätzungen der Therapiemotivation als Prädiktoren von Behandlungsabbrüchen in der stationä-ren Psychotherapie. Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie 2007; 55(1): 59–66.
Dr. Thomas Klauer, Medizinische Fakultät der Universität Rostock, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, Gehlsheimer Straße 20, 18147 Rostock, E-Mail: thomas.klauer@med.uni-rostock.de
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