BRIEFE

Interview: Chance vertan

Rahe, Ursula

Die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich-Nielsen über die vaterlose Gesellschaft (Heft 8/2007: „Jeder muss lernen, seine Vorurteile zu durchschauen“ von Christof Goddemeier).
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LNSLNS Eigentlich war ich hocherfreut, dass die Redaktion den 90. Geburtstag von Frau Mitscherlich-Nielsen zum Anlass genommen hat, ein Interview mit ihr zu bringen. Über die Fragen von Herrn Goddemeier war ich jedoch ziemlich entsetzt. Hat es eine Frau vom Rang von Frau Mitscherlich-Nielsen denn wirklich nicht besser verdient, als selbst fast 30 Jahre nach dem Tod ihres bedeutenden Mannes immer noch auf die Rolle der Gattin dieses bedeutenden Mannes reduziert zu werden? Fast alle Fragen bezogen sich direkt oder indirekt auf seine Publikationen oder Gedanken. Dass diese Frau eigene Gedanken hatte und hat und eine eigenständige Wissenschaftlerin von hohem Rang ist, wurde in dem Interview überhaupt nicht deutlich. Leider ist die Medizin immer noch eine konservative, männerorientierte Fachrichtung, das wurde hier wieder deutlich, und die Chance, eine großartige alte Frau um ihrer selbst Willen zu würdigen, wurde vertan.
Dipl.-Psych. Dr. med. Ursula Rahe,
Robert-Blum-Straße 10, 68199 Mannheim

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