ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2007Kindesmisshandlung: Jugendamt war informiert

BRIEFE

Kindesmisshandlung: Jugendamt war informiert

PP 6, Ausgabe November 2007, Seite 516

Rupp, Johannes

Familiengerichte sollen künftig früher eingreifen können (Heft 8/2007: „Kindesvernachlässigung und -misshandlung: Viele Brüche in der Hilfekette“ von Petra Bühring).
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . In der Mehrzahl der mir bekannten (das ist natürlich keine repräsentative Stichprobe) ebenso wie in den in der Presse groß aufgearbeiteten Fällen von Kindesmisshandlung war das Jugendamt im Vorfeld informiert . . . Die angesprochenen Bemühungen werden uns also das gute Gefühl verschaffen, etwas getan zu haben. Nur ganz wenige Kinder werden davon profitieren. Fälle von Kindesmisshandlung landen nur selten auf dem Tisch des Familienrichters, Fortbildungen (auch unser Verein bietet diese mit namhaften Referenten an) werden von den Richtern nur selten genutzt. Glaubt die Regierung wirklich, es habe Sinn, Hilfe zur Erziehung gerichtlich anzuordnen? Wer bereit ist, Fehlverhalten einzusehen und Hilfe anzunehmen, tut dies freiwillig und nach Beratung durch das Jugendamt. Im Vorfeld die Gerichte zu bemühen, kann das Leid der Kinder verlängern und uns wiederum das gute Gefühl verschaffen, etwas getan zu haben. Wenn eine 17-jährige Drogenabhängige ihre Situation so klar einschätzen kann und sie ihr Kind so sehr liebt, dass sie bereit ist, dem Kind durch eine Adoption die Chance auf eine glückliche Kindheit zu eröffnen, verdient sie unser Verständnis und unsere Unterstützung und am wenigsten die vielen Menschen, die sie mit Rat aufgrund eigener Lebenserfahrung „schlagen“.
Dr. med. Johannes Rupp,
PFAD für Kinder, Landesverband der Pflege- und
Adoptivfamilien Rheinland-Pfalz e.V.,
Siedlerstraße 21, 76865 Rohrbach
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema