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VPP – Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis. Schwerpunkt: Gesundheit von Lesben, Schwulen und Bisexuellen – Forschung und therapeutische Praxis

PP 6, Ausgabe November 2007, Seite 529

Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V.

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Homo- und Bisexualität: Weg von pathozentrischen Vorannahmen

Die beiden Psychologischen Psychotherapeuten Christof Wagner und Erich Rossel haben den wichtigen Schwerpunkt „Gesundheit von Lesben, Schwulen und Bisexuellen“ in der Zeitschrift „Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis“ zusammengestellt. Es ist sehr zu begrüßen, dass neun Autoren ein im deutschen Sprachraum selten behandeltes Thema in das Zentrum gerückt haben. Homo- und Bisexualität wird dabei nicht per se als krankheitswertig verstanden, vielmehr wird für diese spezielle Gruppierung in einem bewusst affirmativen Zugang auf Gesundheit und Krankheit geschaut.
Die Intention ist klar: Es geht um eine für alle Menschen gleichermaßen zu gewährende Sicherstellung von gesundheitlicher Versorgung. Was manchen als alter Wein anmuten mag, zeigt sich zum Beispiel im Beitrag der beiden Herausgeber in seiner brutalen Aktualität, wenn diese von Konversionstherapien bei Homosexuellen berichten. Das Thema der Diskriminierung von Homo- und Bisexuellen ist keineswegs veraltet, es zeigt hohe Aktualität, liest man beispielsweise den Aufsatz von Gisela Wolf.
Darüber hinaus geht es um die Frage nach der psychischen Gesundheit von Homo- und Bisexuellen, der sich – nach der Lektüre der Beiträge von Martin Plöderl, Joachim Sauer und Reinhold Fartacek sowie von Gabriele Dennert – durchaus anzunehmen ist, und zwar ganz im Sinne der Ausführungen von Peter Fiedler in affirmativer Art und Weise. Und gerade hierfür stellt Udo G. Frank – für den deutschsprachigen Raum erstmals – Leitlinien für die Psychotherapie von Lesben, Schwulen und Bisexuellen vor, wie diese in den USA seit einigen Jahren bereits bestehen.
Es wäre wünschenswert, wenn wir eine solide Aus- und Weiterbildung sowie eine intensive Forschungsdiskussion über Homo- und Bisexualität – fernab von pathozentrischen Vorannahmen – etablieren könnten. Die Autoren dieses Schwerpunkthefts haben hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet. Florian Steger

Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (Hrsg.): VPP – Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis. Schwerpunkt: Gesundheit von Lesben, Schwulen und Bisexuellen – Forschung und therapeutische Praxis. 3/2006. dgvt-Verlag, Tübingen, 2006, 260 Seiten, kartoniert, 15 Euro
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