ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2007Ambulante Leistungen: Stationäre Einsamkeit
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Es erschrickt mich immer, wenn medizinische Probleme – hier die ambulante Behandlung im Krankenhaus – lediglich im Lichte von Paragrafen, Gesetzestexten usw. betrachtet werden, ohne die Patienten zu erwähnen, bei denen zunächst einige Kriterien für eine ambulante Behandlung gegeben sein müssen. Als ich mich im Krankenhaus einem „kleinen“ chirurgischen Eingriff unterzog, für den ich früher bei einigen Hundert ambulanten Patienten Narkosen gemacht hatte, lag ich nach dem Aufwachen einige Stunden im Krankenzimmer, ohne dass ein Arzt oder eine Schwester nach mir geschaut hätten. Ich bat deshalb eine Freundin, mich abzuholen. Ihrer Präsenz und ihrem gesunden Menschenverstand (eine medizinische Ausbildung hatte sie nicht) vertraute ich mehr als der stationären medizinischen Einsamkeit. Natürlich war meine Selbstentlassung unhöflich. Aber beim Gang über die Station traf ich weder einen Kollegen, der mich wahrscheinlich eine Erklärung „Entlassung gegen ärztlichen Rat“ hätte unterschreiben lassen, noch eine Schwester. Wenn die Krankenhäuser zurzeit aus Kostengründen das Personal weiter reduzieren, sollten alle Kliniken bei gegebenen Voraussetzungen ambulante Eingriffe vornehmen dürfen.
Prof. Dr. med. Ingrid Podlesch, Gadower Straße 1, 16837 Dorf Zechlin
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