ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2007Rückenschmerzen: Vergütung ist unzureichend
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Den Autoren ist unumwunden zuzustimmen, dass sich das Wissen um psychosoziale Faktoren bei der Entstehung von Krankheiten „in der Struktur und Organisation des deutschen Sozial- und Gesundheitssystems noch nicht in angemessener Weise niedergeschlagen“ hat. An vielen Stellen haben sich vor Jahren bereits informelle Netzwerke niedergelassener somatisch tätiger Kolleg(inn)en mit Fachärzt(inn)en für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie gebildet, um jenseits der etablierten psychosomatischen Grundversorgung möglichst rasch eine fachärztliche Differenzialdiagnostik im Hinblick auf die Frage psychisch mitbedingender Faktoren (ICD-10: F54) oder psychosomatischer Symptombildungen im engeren Sinne absichern zu lassen. Dadurch, dass die Vergütung dieser zeitgebundenen diagnostischen Leistungen ins „Bodenlose“ gefallen ist, wurde diesen innovativen Strukturen, die der wahren epidemiologischen und sozialmedizinischen Bedeutung dieser Störungen zumindest ansatzweise Rechnung tragen würden, der existenzielle Boden entzogen . . . Eigentlich müsste es, angefangen bei den Kostenträgern über die Rentenversicherungen bis hin zur Gesundheitspolitik eine einheitliche Stoßrichtung geben, die fachärztliche Expertise zur ambulanten Differenzialdiagnostik (neben der punktwertgestützten Richtlinienpsychotherapie) wieder suffizient auszustatten.
Prof. Dr. med. G. Heuft, Direktor der Klinik und
Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Domagkstraße 22, 48149 Münster
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