ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2007Sind Statine unterschiedlich wirksam?

MEDIZIN: Referiert

Sind Statine unterschiedlich wirksam?

Dtsch Arztebl 2007; 104(46): A-3183 / B-2800 / C-2702

ME

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Statine schneiden deutlich besser ab, wenn die entsprechende Pharmafirma die Studie unterstützt. In einer multivariaten logistischen Regressionsanalyse hatte das getestete Medikament bei Industrieunterstützung eine deutlich höhere Chance („odds ratio“: 20,16; 95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI]: 4,37 bis 92,98; p < 0,001), besser als die Kontrollmedikation zu sein, als wenn der Hersteller des Vergleichspräparats die Untersuchung unterstützt hatte. Im Diskussionsteil erhöhte sich dieser Wert fast auf das 35-Fache (95-%-KI: 7,09 bis 168,4; p < 0,001). Korrekt verblindete Studien bewerteten das getestete Medikament signifikant seltener besser als bei nicht korrekt verblindetem Design („odds ratio“: 0,27, 95-%-KI: 0,08 bis 0,89; p = 0,03).
Die Ergebnisse basieren auf einer Datenbankrecherche in PubMed zwischen 1999 und Mai 2005. Hierbei identifizierten die Autoren 192 randomisierte kontrollierte Studien, in denen ein Statin mit einem anderen Statin oder einem anderen Medikament verglichen wurde. 98 % der Studien nutzten lediglich Surrogatparameter. In 49 % der Studien schnitt das getestete Statin besser ab, in 15 % das Vergleichsmedikament und in 36 % waren beide Wirkstoffe etwa gleich wirksam. Die Autoren kritisieren, dass viele Untersuchungen nicht adäquat verblindet und das Follow-up mangelhaft waren, nicht eindeutig über die Geheimhaltung der Behandlungsfolge („allocation concealment“) berichtet wurde und keine Intention-to-treat-Analyse stattfand.
Die starke Assoziation zwischen dem Geldgeber der Studie und dem Ergebnis könnte nach Auffassung der Autoren verschiedene Gründe haben und ein generelles Problem industriegesponserter Publikationen sein. Es ist bekannt, dass in vielen Untersuchungen das Kontrollmedikament in einer zu geringen Dosierung verabreicht wird. Außerdem werden statistisch signifikante Ergebnisse häufiger publiziert und für das Pharmaunternehmen ungünstige Ergebnisse möglicherweise seltener. me

Bero L, Oostvogel F, Bacchetti P, Lee K: FActors associated with findings of published trials of drug-drug comparisons: why some statins appear more efficacoius than others. PLoS Medicine 2007; 4: e184. E-Mail: berol@pharmacy.ucsf.edu

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