ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2007Kombinationsbehandlung bei blutendem Ulkus unter NSAR-Dauertherapie

MEDIZIN: Referiert

Kombinationsbehandlung bei blutendem Ulkus unter NSAR-Dauertherapie

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LNSLNS Die Leitlinien einer Schmerztherapie bei gastrointestinalen Risikopatienten empfehlen Cox-2-Inhibitoren (Cox, Zyklooxygenase) oder eine Kombination traditioneller nicht steroidaler Antirheumatika (NSAR) mit Protonenpumpenhemmern (PPI). Allerdings können auch dann noch Geschwüre mit oder ohne Magenbluten auftreten; ein 100-prozentiger Magenschutz ist nicht zu erreichen.
In einer monozentrischen randomisierten Studie sollte die Hypothese untersucht werden, ob eine Kombinationsbehandlung von Cox-2-Hemmern mit PPI bei Patienten, die unter einer Therapie mit konventionellen NSAR kürzlich eine Ulkusblutung erlitten hatten, einer Monotherapie mit COX-2-Hemmern überlegen ist.
An der Studie nahmen 273 Patienten mit akuter Magenblutung teil, die zunächst bei positivem Helicobacter-pylori-Nachweis antibiotisch behandelt wurden. Nach 8-wöchiger Therapie mit dem PPI Esomeprazol wurde die Ulkusheilung endoskopisch bestätigt. Die NSAR-Therapie wurde während dieser Zeit beendet. Wenn die Indikation für eine Schmerztherapie wegen rheumatoider Arthritis weiter bestand, erhielten die Studienteilnehmer entweder Celecoxib 2 x 200 mg täglich plus Placebo oder eine Kombination von 2 x 200 mg Celecoxib mit 2 x 20 mg Esomeprazol für 12 Monate.
Während der Kombinationsbehandlung von Celecoxib mit PPI erlitt kein Patient innerhalb von 12 Monaten eine Blutung, unter einer Celecoxib-Monotherapie hingegen 12 Probanden (8,9 %) (95-%-Konfidenzintervall 4,1 bis 13,7, p = 0,0004 ). Keinen Unterschied gab es hinsichtlich Abbruchrate und Rate an unerwünschten Nebenwirkungen zwischen beiden Therapiearmen. Die Compliance lag in der Verumgruppe bei 94 %, im Placeboarm bei 93 %. Alle Ulkusrezidive, die sich durch Haematemesis und/oder Melaena bemerkbar machten, traten an derselben Stelle auf wie das Indexulkus. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Hochrisikopatienten mit rezidivierenden Ulkusblutungen, die einer analgetischen Dauertherapie mit NSAR bedürfen, zur Prävention einer Rezidivblutung neben einem Cox-2-Hemmer auch einen PPI erhalten sollten. Die Leitlinien sollten entsprechend überarbeitet werden. w

Chan FKL et al.: Combination of cyclo-oxygenase 2 inhibitor and a proton pump inhibitor for the prevention of recurrent ulcer bleeding in patients at very high risk: a double-blind randomized trial. Lancet 2007; 369: 1621–26. E-Mail: fklchan@cuhk.edu.Hk

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