ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2007Mastzellaktivierung beim Reizdarmsyndrom

MEDIZIN: Referiert

Mastzellaktivierung beim Reizdarmsyndrom

Dtsch Arztebl 2007; 104(46): A-3189 / B-2806 / C-2708

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LNSLNS Millionen von Menschen leiden in Deutschland an einem Reizdarmsyndrom mit chronischen oder rezidivierenden Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und einer viszeralen Hypersensibilität. Die Ursache dieser funktionellen Beschwerden ist nach wie vor unklar, Stress sowie einen vorausgegangenen gastrointestinalen Infekt findet man häufig in der Anamnese. Da Mastzellen bei der Regulation der Darmmotilität, der viszeralen Sensitivität und der Barrierefunktion involviert sind und akuter sowie chronischer Stress Mastzellen zu aktivieren vermag, konzentriert sich die Forschung derzeit auf die Interaktion zwischen Mastzellen und dem enterischen Nervensystem.
Autoren aus Barcelona untersuchten 20 Patienten mit einem Diarrhö-dominantem Reizdarmsyndrom und 14 gesunde Kontrollpersonen hinsichtlich Mastzellaktivität im Dünndarm. Dazu wurden mittels Watson- Kapsel Gewebeproben aus dem Jejunum entnommen und Flüssigkeit aus dem Dünndarm aspiriert. Alle Studienteilnehmer wurden darüber hinaus auf seelischen Stress mit der Holmes-Rahe-Skala und bezüglich Depression mit dem Beck's Depression Inventory untersucht. Eine Lebensmittel- und eine Atemwegsallergie wurden ausgeschlossen.
Patienten mit einem Durchfall- dominantem Reizdarmsyndrom hatten eine signifikant höhere Stressbelastung. Im Vergleich zur Kontrollpopulation hatten die Reizdarmpatienten in den Jejunalbiopsien etwas mehr intraepitheliale CD3-positive Zellen sowie signifikant mehr Mastzellen (p < 0,001). Außerdem war die Tryptasekonzentration im Jejunalsaft erhöht (p < 0,005 ).
Weitere Untersuchungen werden zeigen müssen, inwieweit die Bestimmung der Mastzellzahl in Dünndarmbiopsien zur Diagnoseverifizierung herangezogen werden kann und ob entsprechende gegen Mastzellen gerichtete Behandlungsverfahren sich klinisch bewähren. w

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