ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2007Simulationssystem: Unterstützung für das chirurgische Training

TECHNIK

Simulationssystem: Unterstützung für das chirurgische Training

Dtsch Arztebl 2007; 104(46): A-3194 / B-2811 / C-2713

Krüger-Brand, Heike E.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Komplizierte Eingriffe können angehende Chirurgen an einem Simulationssystem planen und üben, um Sicherheit für den Ernstfall zu gewinnen. Fotos: ICCAS
Komplizierte Eingriffe können angehende Chirurgen an einem Simulationssystem planen und üben, um Sicherheit für den Ernstfall zu gewinnen. Fotos: ICCAS
Innerhalb von knapp zwei Jahren hat eine Arbeitsgruppe am Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS, Internet: www.iccas.de) der Universität Leipzig das „Elektronische Phantom zur Evaluation und zum chirurgischen Training (ElePhant)“ entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Simulationssystem, das sowohl für die chirurgische Aus- und Weiterbildung als auch für die patientenindividuelle Planung komplexer Operationen eingesetzt werden kann. Das System besteht aus einem Schädelmodell, das über die USB-Schnittstelle mit einem Computer verbunden wird. Eine teure Spezialhardware ist dafür nicht erforderlich. Der Arzt kann mit dem realen chirurgischen Instrument die Operation mithilfe des Systems simulieren. Bei drohender Verletzungsgefahr sogenannter Risikostrukturen, wie Nerven oder Gefäße, wird der Operateur durch ein akustisches und visuelles Signal am Computer gewarnt. Darüber hinaus lassen sich mit dem System patientenspezifische 3-D-Modelle erstellen, die in der präoperativen Planung für chirurgische Eingriffe oder im Rahmen der Patientenaufklärung genutzt werden können.
Bislang ist das System für die Ohrchirurgie fertiggestellt, mit dem chirurgische Eingriffe am Felsenbein trainiert werden können. Auf der Grundlage dieser Entwicklung lassen sich vergleichsweise einfach auch für weitere chirurgische Disziplinen Simulationssysteme realisieren. So sollen Simulationssysteme für die Nasennebenhöhlenchirurgie sowie für die Kiefer-, Wirbelsäulen- und Herzchirurgie folgen.
ElePhant-Projektpartner waren neben dem ICCAS die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Universität Leipzig und das Forschungstransferzentrum der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Außerdem wurden die Entwickler von der Medizintechnikfirma KARL STORZ, Tuttlingen, unterstützt. Für die Herstellung und Weiterentwicklung des Systems ist künftig die Firma PHACON GmbH (3D Life Modelling and Simulation, www.phacon-leipzig.de) zuständig. Den weltweiten Vertrieb des Simulationssystems für die Ohrchirurgie, das rund 2 500 Euro kostet, hat die Firma KARL STORZ übernommen. KBr
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema