ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2007Antonius Klinik Wegberg: Staatsanwaltschaft: Behandlungsfehler mit Todesfolge

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Antonius Klinik Wegberg: Staatsanwaltschaft: Behandlungsfehler mit Todesfolge

Dtsch Arztebl 2007; 104(47): A-3216 / B-2832 / C-2732

Zylka-Menhorn, Vera

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Die Ermittlungen laufen: Mindestens sechs Patienten sollen durch Behandlungsfehler gestorben sein. Foto: dpa
Die Ermittlungen laufen: Mindestens sechs Patienten sollen durch Behandlungsfehler gestorben sein.
Foto: dpa
An der Sankt Antonius Klinik im nordrhein-westfälischen Wegberg sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach mindestens sechs Patienten durch Behandlungsfehler gestorben. Fehler habe es auch bei mindestens 13 weiteren Patienten im Alter von 50 bis 92 Jahren gegeben. Einige seien ebenfalls gestorben. Ihr Tod stehe jedoch nicht im Zusammenhang mit der Behandlung. Die Staatsanwaltschaft beruft sich auf Aussagen von Gutachtern.
Eine anonyme Anzeige im Dezember 2006 hatte ein Ermittlungsverfahren gegen den Chefarzt, Dr. med. Arnold Pier, in Gang gesetzt. Der Vorwurf lautet unter anderem auf fahrlässige Tötung. Geprüft wird laut Staatsanwaltschaft auch, ob in einigen Fällen vorsätzliche Körperverletzung vorliegt. Dies gelte zum Beispiel für die Behandlung von fünf Patienten, bei denen nicht steriler Zitronensaft zu Desinfektionszwecken eingesetzt wurde – mitunter auch im offenen Bauchraum.
In zehn Fällen seien Patienten falsch operiert worden. „In einem Fall wurde einem Patienten die Gallenblase entnommen, obwohl es keine medizinische Notwendigkeit gab“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. In vier weiteren Fällen stehen Gutachten noch aus. Inzwischen wurden die Ermittlungen auf zehn weitere Ärzte wegen Beteiligung oder unterlassener Hilfeleistung ausgedehnt. Die Zulassung des Klinikchefs ruht.
Piers Rechtsanwalt, Thomas Verheyen, zweifelt an, dass die Behandlungsfehler zum Tod der Patienten geführt haben. „Aus den sechs Gutachten kann ich nicht herauslesen, dass es eine Kausalität zwischen Behandlungsfehlern und dem Versterben von Patienten gibt.“ Bisher lägen fünf Gegengutachten vor. zyl
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