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Bei der Lektüre der Überschrift zu oben genanntem Beitrag habe ich mich zunächst gefreut, denn aus unserer Sicht ist es wichtig, auf einen Handlungsbedarf beim Thema „Erbrecht und Testament“ hinzuweisen. Es stimmt nämlich tatsächlich, dass ein Großteil der – nicht wenigen – gerichtlichen Streitigkeiten aus nicht vorhandenen oder Laientestamenten resultiert . . . Je weiter ich den Beitrag dann las, desto mehr wich leider meine anfängliche Freude. Denn zum einen erweist sich der Beitrag in einigen Details als fehlerhaft, zum anderen werden keine Handlungsempfehlungen ausgesprochen . . . Im Detail stören folgende Fehler:
a) Falsch ist die Aussage „Sind auch keine Erben der zweiten Ordnung vorhanden, bekommt der überlebende Ehegatte alles“. Trifft nämlich ein Ehegatte mit Großeltern (= Erben dritter Ordnung) des Erblassers zusammen, wird er nicht gesetzlicher Alleinerbe.
b) Falsch ist der Hinweis, dass ein Testament zwingend eine Erbeinsetzung enthalten müsste. Es gibt durchaus – sinnvolle – Testamente ohne jede Erbeinsetzung. Als denkbare Inhalte kommen z. B. Vermächtnisse, Teilungsanordnungen, Auflagen, Testamentsvollstreckung oder die Ernennung eines Vormunds für minderjährige Kinder infrage.
c) Falsch ist auch die Behauptung, als „Instrument der Gestaltung“ der letzten Wünsche stünde nur das Testament zur Verfügung. Hier gibt es auch den Erbvertrag.
. . . Der eigene Nachlass lässt sich nämlich nicht nur durch eine letztwillige Verfügung (also „von Todes wegen“) gestalten, sondern im Wege der vorweggenommenen Erbfolge bereits durch lebzeitige Zuwendungen. Damit lassen sich im Einzelfall ganz unterschiedliche Ziele gestalterisch verwirklichen, z. B. die Vermeidung von Streit, die Vermeidung von Pflichtteilsansprüchen und die Vermeidung von Erbschaftsteuer . . .
Dr. Matthias Jünemann, Fachanwalt für Erbrecht, Kanzlei Simon, Evers & Dr. Klimsch, Burgunder Straße 20, 79104 Freiburg
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