ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2007Telefonüberwachung: Schlechtes gut verpackt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Frau Zypries versteht es ebenso wie ihre Kollegen, Schlechtes gut zu verpacken. In nicht enden wollenden Zeilen erklärt sie weiter nichts, als dass bei der Regelung der Telekommunikationsüberwachung eine Güterabwägung notwendig ist. Dabei ist selbst die Ärzteschaft nicht so begriffsstutzig. Allerdings versagt sie, wenn es darum geht, den Unterschied zwischen der ärztlichen und z. B. der seelsorgerischen Tätigkeit zu erklären. Der Hinweis auf den banalen Schnupfen greift nicht, denn über Belanglosigkeiten kann ich mich auch im Ehebett unterhalten. Letztendlich wird die ärztliche Tätigkeit, die eben doch immer wieder dem unantastbaren Kernbereich privater Lebensgestaltung zuzuordnen ist, passend zum Mainstream der Zeit erneut herabgewürdigt. Man muss die Justizministerin fragen: „Sind Sie glücklich darüber, dass über die Zulässigkeit einer Überwachungsaktion erst im Nachhinein, je nach Inhalt des abgehörten Gesprächs, entschieden wird?“ . . . Der Patient, also der Bürger spürt, dass die Ministerin für einen weiteren Mosaikstein auf dem Weg zum Überwachungsstaat verantwortlich ist.
Dr. Michael Patten, Marienstraße 2, 34431 Marsberg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige