ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2007Qualitätssicherung: Frommer Wunsch
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Viele der kritischen Standpunkte des oben genannten Artikels sprechen mir aus der Seele. Die Hoffnung der Autorin, die Ärzte mögen dennoch nicht das Vertrauen in den Begriff des Qualitätsmanagements verlieren, scheint mir allerdings eher ein frommer Wunsch zu sein. Nahezu alle klinisch tätigen Ärzte werden bemüht sein, ihren Patienten eine qualitativ hochwertige und leitliniengerechte Behandlung zukommen zu lassen. Wenn die Zeit der Dokumentation allerdings die Minuten am Patientenbett übersteigt, so liegt der Fehler im System und ist wahrscheinlich auch nicht durch (zusätzliche) Qualitätssicherung zu kompensieren. Mir persönlich erscheint es grotesk, meine jungen Kollegen am Beginn ihrer Klinikkarriere zunächst in die Geheimnisse der Qualitätssicherungsbögen und der DRG-Codierung einweihen zu müssen. Da den Studenten durch das bereits in diesem Blatt mehrfach diskutierte „Hammerexamen“ auch noch die Möglichkeit genommen wurde, während des praktischen Jahres unbelastet klinische Erfahrung zu sammeln, fällt es mir schwer, neben der Begeisterung für das Fach auch noch die Motivation zur Bewältigung der stetig steigenden Dokumentationsflut zu vermitteln.
Dr. Tomislav Miljak, Klinik für Innere Medizin III, Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-Schwenningen GmbH, Vöhrenbacher Straße 23, 78050 Villingen
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