ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2007Krankenhausmärkte zwischen Regulierung und Wettbewerb

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Krankenhausmärkte zwischen Regulierung und Wettbewerb

Dtsch Arztebl 2007; 104(47): A-3250 / B-2861 / C-2759

Bruckenberger, Ernst; Klaue, Siegfried; Schwintowski, Hans-Peter

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LNSLNS Krankenhausmarkt - Eine Bestandsaufnahme

Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in einem grundlegenden Wandel begriffen. Wie die Krankenhauslandschaft in 20 Jahren im Rahmen der Wertschöpfungs- und Versorgungskette aussehen wird, ist gegenwärtig kaum absehbar. Klar ist hingegen, dass Kosten gesenkt, Betten abgebaut, Verweildauern gesenkt und die Durchlässigkeit zwischen ambulantem und stationärem Bereich verbessert werden müssen.
Da ist es überaus verdienstvoll, dass drei ausgewiesene Kenner des Fachs eine Bestandsaufnahme durchführen und fundiert die verschiedenen Faktoren diskutieren, welche die weitere Entwicklung beeinflussen werden. In sieben Kapiteln mit vielen Tabellen und Abbildungen bieten sie ein wichtiges Nachschlagewerk, das auch bei den sich schnell ändernden statistischen Daten seinen Wert hat.
Ein apologetischer Tenor im gesamten Buch mindert allerdings die vorgestellten Informationen und Argumente. Die Studie verdankt sich einer (im Buch nicht vermerkten) Anregung der RHÖN-Kliniken AG und beschäftigt sich mit der Frage, ob auf dem Krankenhausmarkt überhaupt ein Wettbewerb stattfindet, der ein Einschreiten des Bundeskartellamts im Rahmen der Fusionskontrolle rechtfertigt. Anlass ist die dem RHÖN-Konzern in zwei Fällen untersagte Fusion mit kommunalen Krankenhäusern wegen der zu erwartenden marktbeherrschenden Stellung.
Die Autoren urteilen, dass im regulierten GKV-System von einem echten Wettbewerb souveräner Marktteilnehmer nicht gesprochen werden könne, also auch die Fusionskontrolle nicht zur Anwendung kommen dürfe. Da außerdem deutsche Sozialpolitik und europäisches Wettbewerbsrecht einen Umbau der Krankenhäuser zu rentablen Unternehmen unvermeidbar machten, werde es nötig sein, Kooperationen und Fusionen zuzulassen – nicht zuletzt, um die Versorgungssicherheit in der Fläche zu gewährleisten. Das Argument ist diskutabel, aber nicht zwingend. Eine breitere Diskussion der sozialpolitischen Optionen wäre hier nötig. Wünschenswert wäre zudem ein Lektorat gewesen, das Redundanzen und Fehler getilgt hätte. Arne Manzeschke

Ernst Bruckenberger, Siegfried Klaue, Hans-Peter Schwintowski: Krankenhausmärkte zwischen Regulierung und Wettbewerb. Springer, Berlin, 2006, 232 Seiten, gebunden, 89,95 Euro
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