ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2007Erbrechen in der Schwangerschaft: Schutz vor Toxinen

MEDIZIN: Diskussion

Erbrechen in der Schwangerschaft: Schutz vor Toxinen

Dtsch Arztebl 2007; 104(47): A-3266 / B-2876 / C-2776

Sachers, Peter

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LNSLNS Zu der Übersichtsarbeit „Erbrechen in der Schwangerschaft“ von I. Mylonas et al. im Deutschen Ärzteblatt Heft 25 sei eine kleine Ergänzung erlaubt:
Es gibt aus der Sicht der Evolutionsmedizin eine ebenso interessante wie plausible Erklärung für die Emesis gravidarum. Diese Theorie, die von M. Profet (1) entwickelt wurde, geht davon aus, dass es sich bei dem einfachen Schwangerschaftserbrechen um einen sinnvollen Schutzmechanismus handelt, der die Frucht vor mit der Nahrung aufgenommenen Toxinen schützt. Für diese Theorie spricht nicht nur Abneigung vieler Schwangeren gegen strenge Gerüche, die potenzielle Toxine anzeigen, sondern auch die zeitliche Übereinstimmung der embryonalen Verletzlichkeit mit dem Verlauf der Schwangerschaftsübelkeit sowie die Beobachtung, dass es bei Frauen mit einer Emesis gravidarum seltener zu Aborten und kindlichen Fehlbildungen kommt.
Folgt man diesen Gedankengängen, würde eine medikamentöse Behandlung der Emesis gravidarum bedeuten, dass man zwar die Beschwerden der Schwangeren momentan lindert, dafür aber unnötige gesundheitliche Risiken für das werdende Kind in Kauf nimmt, weil ein wichtiger Schutzmechanismus unterdrückt wird.

Dr. med. Peter Sachers
Strandstraße 60
25938 Wyk auf Föhr
E-Mail: dr.sachers@aok-kinderkurheim-wyk.de
Internet: www.aok-kinderkurheim-wyk.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Profet M: Introduction: Evolutionary psychology and conceptual integration. In: Barkow JH et al.: The adapted mind. New York: Oxford University Press 1992: 327–65.
1. Profet M: Introduction: Evolutionary psychology and conceptual integration. In: Barkow JH et al.: The adapted mind. New York: Oxford University Press 1992: 327–65.

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