ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2007Victoria Hale: Gegen die vergessenen Krankheiten

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Victoria Hale: Gegen die vergessenen Krankheiten

Dtsch Arztebl 2007; 104(47): A-3270 / B-2880 / C-2780

Hibbeler, Birgit

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Victoria Hale. Foto: OneWorldHealth
Victoria Hale.
Foto: OneWorldHealth
Glamour ist wohl das Letzte, was einem zu Dr. Victoria Hale (46) einfällt. Begriffe wie Verantwortungsbewusstsein oder Gerechtigkeitssinn passen besser zu der Gründerin des Institute for OneWorld Health (IOWH), einem gemeinnützigen Pharmaunternehmen in den USA. Doch Hales Engagement hat auch das US-Frauenmagazin „Glamour“ beeindruckt. Die Zeitschrift wählte sie zur Frau des Jahres.
Hale zeigte sich erfreut über die Auszeichnung. Sie fühle sich geehrt und hoffe, damit eine große Öffentlichkeit mit ihrem Anliegen zu erreichen. Das IOWH konzentriert sich auf die Entwicklung von Arzneimitteln, die nicht rentabel sind. Der bisher größte Erfolg: Paromomycin gegen viszerale Leishmaniose. Das Präparat war bereits für andere Indikationen auf dem Markt. Die Herstellerfirma Pharmacia, die mittlerweile zu Pfizer gehört, trat die Rechte an der intramuskulär injizierbaren Form des Präparates an das IOWH ab. Eine lukrative Vermarktung war nicht zu erwarten. Hale und ihre Mitarbeiter konnten in Studien die Wirksamkeit für viszerale Leishmaniose nachweisen und erhielten die Zulassung. Das IOWH kündigte nun den Beginn einer Phase-4-Studie zur Pharmakovigilanz in Indien an.
Hale ist pharmazeutische Chemikerin und arbeitete viele Jahre bei der US-Arzneimittelbehörde FDA. Doch die Vorstellung, das trotz allen medizinischen Fortschritts zahllose Menschen an heilbaren Krankheiten sterben, ließ ihr keine Ruhe. Sie kündigte und gründete im Jahr 2000 das IOWH, dessen Projekte zu einem großen Teil von der Gates-Stiftung finanziert werden. Birgit Hibbeler
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