ArchivDeutsches Ärzteblatt48/20073 Fragen an… Prof. Dr. med. Ingo Füsgen, Chefarzt der Geriatrischen Kliniken St. Antonius, Wuppertal

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3 Fragen an… Prof. Dr. med. Ingo Füsgen, Chefarzt der Geriatrischen Kliniken St. Antonius, Wuppertal

Dtsch Arztebl 2007; 104(48): A-3300 / B-2903 / C-2803

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Prof. Dr. med. Ingo Füsgen
Prof. Dr. med. Ingo Füsgen
Welche Mängel gibt es in der ärztlichen Versorgung von Pflegeheimbewohnern?
Füsgen: Es gibt viele engagierte Ärzte, die Heimbewohner betreuen. Aber in zahlreichen Einrichtungen werden die Pflegebedürftigen nicht regelmäßig und koordiniert betreut. Eine fachärztliche Behandlung existiert oft nicht. Dabei müssten zum Beispiel Neurologen, Psychiater, Urologen und Augenärzte sowie Zahnärzte routinemäßig in die Heime kommen. Die alten Menschen sind uns noch nicht wichtig genug.

Wo liegen die Ursachen?
Füsgen: Einerseits werden Hausbesuche im Heim nicht angemessen vergütet. Anderseits ist die Versorgung von multimorbiden Pflegebedürftigen etwas, das manche Ärzte ungern und viele „so nebenbei“ machen. Die Geriatrie hat noch nicht den Stellenwert, den sie verdient hat.

Löst die Einführung des Heimarztes die Probleme?
Füsgen: Nein, damit holt man etwas aus der Schublade, das wir schon hatten, beispielsweise in der DDR. Kooperationen sind die bessere Lösung. Ärzte, die von außen kommen, sind unabhängiger als Angestellte. Die Versorgung alter Menschen ist ein ideales Thema für Verträge zur integrierten Versorgung.
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