ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2007Operatives Risiko bei hepatologischen und gastroenterologischen Erkrankungen: Letalität höher als angegeben

MEDIZIN: Diskussion

Operatives Risiko bei hepatologischen und gastroenterologischen Erkrankungen: Letalität höher als angegeben

Dtsch Arztebl 2007; 104(48): A-3342 / B-2941 / C-2839

Golling, Markus

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LNSLNS Thema wichtig, Artikel richtig, Schlussfolgerung falsch! Mit Respekt: Wie können die Autoren behaupten, dass bei Patienten mit einem Child-A-Stadium keine relevanten Operationseinschränkungen, bei einem Patienten mit Child-B-Zirrhose ein mäßiges OP-Risiko besteht, wenn bei Notfalleingriffen eine Letalität von 10 % (Child A) und 30 % (Child B) besteht. Zum klaren Verständnis: Wir sprechen jetzt hier über Leisten-/Nabelhernien mit einer Letalität, die regelhaft im Promillebereich liegt beziehungsweise um Cholezystektomien im Bereich von 1 bis 2 %. Sie zitieren auch die Arbeit von Farnsworth, in der auf die 3-Monats-Letalität eingegangen wird. Dies scheint mir der entscheidende Punkt zu sein, weil es eben vor allem grenzgradig kompensierte Child-A- bis B+-Patienten (7 Punkte) sind, die klinisch kaum auffallen, meist schnell ambulant operiert werden und zum Beispiel nach einer banal erscheinenden laparoskopischen Nabel/Narbenhernie 3 bis 6 Monate später von einem Child-A/B+-Stadium in ein Child-B/C-Stadium (9 bis 12 Punkte) wechseln.
Sie widersprechen Ihrer Schlussfolgerung in besonderem Maße, wenn Sie richtig angeben, dass gerade einer der gefährlichsten und anspruchsvollsten Eingriffe der Viszeralchirurgie (Lebertransplantation) eine niedrigere Letalität aufweist als zum Beispiel eine Leistenhernienoperation im Child-B-Stadium. Ich empfehle die Nachuntersuchung dieses Patientenkollektivs nach 6 Monaten.

PD Dr. med. Markus Golling
Viszeral-, Minimal Invasive und Gefäßchirurgie
Diakonie Klinikum gGmbH Schwäbisch Hall
Diakoniestraße 10, 74523 Schwäbisch Hall
E-Mail: markus.golling@diaksha.de

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