ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2007Das Gesicht der Ärztestreiks: Gewerkschaft ade

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Das Gesicht der Ärztestreiks: Gewerkschaft ade

Dtsch Arztebl 2007; 104(48): A-3344 / B-2943 / C-2841

Flintrop, Jens

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Frank Ulrich Montgomery. Foto: ddp
Frank Ulrich Montgomery. Foto: ddp
Es ist vor allem Dr. med. Frank Ulrich Montgomery zu verdanken, dass die größten Ärztestreiks in der Geschichte Deutschlands in den Jahren 2005 und 2006 erfolgreich verliefen: Der Marburger Bund (MB) verhandelt heute eigenständig die Tarifverträge für die Klinikärzte, die Ärztegehälter sind gestiegen (wenn auch geringer als gehofft).
Dabei hatte sich Montgomery zunächst noch dafür eingesetzt, dass der MB den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bis zum Ende an der Seite von Verdi mitverhandelt und dann auch mitträgt. Die 107. MB-Haupt­ver­samm­lung war jedoch anderer Meinung und votierte am 10. September 2005 für eigenständige Verhandlungen inklusive der berühmten Forderung nach 30 Prozent mehr Gehalt. Ihr Vorsitzender hielt dies für weit überzogen und taktisch falsch. Auf Druck der Basis kam es zum Arbeitskampf: zunächst an den Unikliniken, später an den kommunalen Krankenhäusern. Er habe die Streikbereitschaft der Ärzte unterschätzt, sagt Montgomery im Rückblick.
In den folgenden Monaten erlebte man alles andere als einen zögernden Gewerkschaftsboss. Mit aufgekrempelten Ärmeln, lauter Stimme und nicht zimperlich in der Wortwahl kämpfte der sehr geschickte Redner auf Marktplätzen und in Fernsehstudios für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. So wurde der jetzt 55-Jährige zum „Anführer des Sklavenaufstands“ (tagesschau.de).
Nach 18 Jahren als MB-Vorsitzender stellte sich Montgomery am 10. November nicht mehr zur Wahl. Er will sich mehr denn je seinen Aufgaben bei der Ärztekammer Hamburg und bei der Bundes­ärzte­kammer widmen. Jens Flintrop
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