ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2007Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2007; 104(48): A-3348 / B-2947 / C-2845

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LNSLNS Über Liebe und Vertrauen, Gewalt und den Abbau von Vorurteilen – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Foto: Majestic Filmverleih
Foto: Majestic Filmverleih
Drama
Ab 6. Dezember:
An ihrer Seite
Mehr als 40 Jahre sind Grant und Fiona verheiratet, der Lebensabend scheint glücklich zu werden. Doch dann wird bei Fiona Alzheimer diagnostiziert. Weil sie Grant nicht belasten will, besteht sie darauf, in ein Heim zu ziehen. Die vorgeschriebene Trennung zum Eingewöhnen stürzt Grant in tiefe Verzweiflung. Als er Fiona nach diesen 30 Tagen erstmals besuchen darf, kann sie sich nicht mehr an ihn erinnern. Mit der poetischen Verfilmung der Kurzgeschichte von Alice Munro „Der Bär kletterte über den Berg“ gibt die preisgekrönte kanadische Schauspielerin Sarah Polley ihr Regiedebüt. In ruhigen, klaren Einstellungen erzählt sie die Geschichte über Liebe, Verlust und Vergebung. In der Hauptrolle glänzt Julie Christie (Bild).
Kanada 2006, 110 Minuten

Ab 13. Dezember:
Ulzhan – Das vergessene Licht
Volker Schlöndorff hat zusammen mit Jean-Claude Carrière, der das Drehbuch schrieb, ein melancholisches, schweigsames Roadmovie geschaffen. Der Franzose Charles (Philippe Torreton) verlor seine Familie bei einem Unfall. Er bricht zu einer letzten Reise ins zentralasiatische Kasachstan auf. Als man ihm die Papiere stiehlt und ihn als Spion verhaftet, flieht er in die Steppe, um sich auf seinen Tod vorzubereiten. Aber da ist die junge Nomadin Ulzhan (Ayanat Ksenbai), die sich an seine Fersen heftet. Und auch der Schamane Shakuni (David Bennent), der Wörter sammelt und böse Geister vertreibt, kreuzt immer wieder seinen Weg. Zwischen Todessehnsucht und Lebenshoffnung steht Charles am mystischen Berg Khan Tengri schließlich vor der Entscheidung seines Lebens.
Deutschland 2007,105 Minuten

Ab 20. Dezember:
Dialog mit meinem Gärtner
Zahlreiche Affären haben seine Ehe beendet, und nun kehrt der erfolgreiche Maler (Daniel Auteuil) Paris den Rücken und sucht Ruhe auf dem Land. Das Haus seiner Eltern ist von einem wild wuchernden Garten umgeben, für dessen Pflege er einen Gärtner sucht. Auf die Annonce meldet sich ein alter Jugendfreund (Jean-Pierre Darroussin). Nach anfänglichem Austausch gemeinsamer Erinnerungen entsteht zwischen den gegensätzlichen Männern eine wirkliche Freundschaft. Altmeister Jean Becker („Elisa“, „Ein Sommer auf dem Lande“) setzte die tiefgründigen Plaudereien zwischen dem arrivierten Künstler und dem einfachen Arbeiter überzeugend in Szene.
Frankreich 2007, 109 Minuten

Thriller
Ab 27. Dezember:
Tödliche Versprechen
Von Betrug, Intrigen, Mord, Mädchenhandel, Verrat, falscher Identität und Königssturz erzählt der Film. Und er tut dies so präzise und beiläufig, dass einem das Blut in den Adern gefriert. Nach „A History of Violence“ erzählt der kanadische Ausnahmeregisseur David Cronenberg erneut eine Geschichte der Gewalt. Viggo Mortensen ist diesmal in der Rolle des Mafiakillers Nickolai zu sehen. Seine Gegenspielerin, die Londoner Hebamme Anna (Naomi Watts), erlebt, wie ein 14-jähriges Mädchen bei der Geburt ihres Babys stirbt und beschließt, deren Identität ausfindig zu machen. Ihre Nachforschungen führen sie mitten hinein in die Machenschaften der russischen Mafia.
Großbritannien/Kanada 2007, 96 Minuten

Besondere Erwähnung
Ab 29. November:
Der Mann von der Botschaft
„Goldener Leopard“ in Locarno für Burghart Klaußner als „bester Hauptdarsteller“. Der erfahrene Theaterschauspieler ist dieser einsame Deutsche, der im georgischen Tiflis an der Botschaft arbeitet und ein abgeschottetes Leben führt, bis er auf das Straßenkind Sashka trifft. Er kauft dem Flüchtlingsmädchen Essen und Kleidung und übernimmt endlich Verantwortung für einen Menschen. Doch dies weckt Misstrauen, er wird das Opfer von Verdächtigungen und Gewalt. Der in Berlin und Tiflis lebende georgische Regisseur Dito Tsintsadze hat daraus einen stillen, nur in Bildern beredten Film gemacht, der auch Einblick in einen jungen Staat gibt, der sich trotz innerer Krisen zwischen islamischen Ländern zu behaupten sucht.
Deutschland/Georgien 2006, 100 Minuten


DVD-Tipp

Schicksalsstunden
Keine Medizin ist so stark wie der Überlebenswille. Wozu der menschliche Organismus in Krisensituationen fähig ist und was dabei im Inneren des Körpers abläuft, führt die BBC in einer Realdokumentation vor. Gedreht wurde in Notaufnahmen großer Krankenhäuser in den USA und in Großbritannien – unterstützt von den Ärzten und natürlich mit Einverständnis der Patienten. Deren Schicksale beeindrucken ebenso wie die Realaufnahmen und Computeranimationen des Körpergeschehens. Die sechs Folgen beleuchten jeweils einen Lebensabschnitt von der Geburt bis zum Alter.

„Kampf ums Leben – Überlebensstrategien des Körpers“, 2 DVDs, 300 Minuten, WVG Medien, Verkaufsstart: 23. November 2007, 17,95 Euro (Amazon)
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