ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2007Software: Berechenbare Medikamentengabe im Gehirn

TECHNIK

Software: Berechenbare Medikamentengabe im Gehirn

Dtsch Arztebl 2007; 104(48): A-3350 / B-2949

EB

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LNSLNS Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 6 000 Menschen an einem Gehirntumor. Die medikamentöse Behandlung von Hirntumoren und anderen Krankheiten des zentralen Nervensystems, wie Parkinson und Alzheimer, ist schwierig. Das liegt unter anderem an der Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn vor schädlichen Substanzen schützt. Dadurch können auch zerebral wirksame Medikamente nicht aus dem Blut ins Hirngewebe übertreten. Mit der CE-zertifizierten Software „iPlan Flow“ des Medizintechnikunternehmens BrainLAB, München (www.brainlab.com), können Ärzte diese natürliche Barriere umgehen und gezielt Wirkstoffe in betroffene Hirnregionen applizieren. Der Erfolg einer Medikamentengabe direkt ins Gehirn hängt maßgeblich davon ab, wie genau und mit welcher Dosis das erkrankte Gewebe getroffen wird. Klinische Erfahrungen haben gezeigt, dass es bislang äußerst schwierig ist, Arzneien in ausreichender Konzentration in betroffene Hirnregionen zu injizieren. Die Verteilung ist für jeden Patienten und für jede Gehirnregion sehr unterschiedlich. Mit der Software können Ärzte die Verteilung der Arzneiflüssigkeit im Gehirn im Voraus berechnen. Basierend auf Kernspintomografie-Aufnahmen erstellt der Computer eine individuelle dreidimensionale Karte vom Gehirn des Patienten und errechnet, wie sich das Medikament voraussichtlich im Gehirn verteilen wird. Diese Information hilft den Ärzten, genau die Stelle zu bestimmen, an der sie die Arzneien injizieren müssen, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
Die Software ist Bestandteil der „iPlan“-Systemplattform des Unternehmens, die Ärzte beim gesamten Planungsvorgang einer Therapie unterstützt. Speziell für die Krebsbehandlung stellt das System Werkzeuge für verschiedene Therapieformen, wie Strahlentherapie, Chirurgie und Chemotherapie, bereit. Die Planungsplattform bietet Ärzten einen flexiblen Zugriff auf alle Patientendaten. Auf dieser Grundlage können die Ärzte die Behandlung präzise planen, die Therapie besser auf die Diagnose und das Krankheitsbild des Patienten abstimmen und verschiedene Behandlungsformen kombinieren. EB
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