ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2007Massenspektrometrie in der Medizin – Stellenwert der molekularen Analytik: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Massenspektrometrie in der Medizin – Stellenwert der molekularen Analytik: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2007; 104(48): A-3343 / B-2942 / C-2840

Vogeser, Michael

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LNSLNS In unserer Übersichtsarbeit wird die essenzielle Rolle der GC-MS vor allem für die Bereiche Toxikologie, Arbeitsmedizin und Umweltmedizin klar herausgestellt.
Der im Text verwendete Begriff „Nischenbereich“ ist zweifellos eine dehnbare Formulierung; betrachtet man jedoch die Gesamtzahl aller in Deutschland durchgeführten klinisch-chemischen Analysen, so liegt der Anteil von GC-MS-Analysen darunter derzeit im Promille-Bereich.
Dies stellt die individuelle Bedeutung entsprechender Spezialanalysen in keiner Weise infrage, jedoch erscheint uns der Begriff Nischenbereich in Gegenüberstellung zu den klinisch-chemischen Standardtechniken wie beispielsweise Photometrie oder Ligandenbindungsmethoden für die GC-MS-Technologie nicht unangemessen.
Die biomedizinische Anwendung der GC-MS-Technologie wird wesentlich dadurch begrenzt, dass nur hochgradig thermostabile Stoffe mit einem Molekülgewicht von maximal etwa 500 Dalton auf diese Weise analysierbar sind. Im Gegensatz dazu ermöglicht die LC-MS/MS-Technologie seit wenigen Jahren die massenspektrometrische Analyse praktisch aller medizinisch relevanter Analyten. Vor allem einem selektiven Ionentransfer in ein Hochvakuum ist es dabei zu verdanken, dass die LC-MS/MS-Technologie auch eine völlig andere Dimension hinsichtlich Probendurchsatz und Robustheit im Großserienbetrieb bietet als dies für die GC-MS-Technik gilt.
Die hochspezifische massenspektrometrische Analyse von vielen hundert Proben pro System täglich mit minimalen Ausfallzeiten – wie etwa im Neugeborenen-Screening auf angeborene Stoffwechseldefekte oder im klinischen Arzneimittel-Monitoring mittels LC-MS/MS – kann mit der GC-MS-Technologie in keinem medizinischen Anwendungsbereich verwirklicht werden. Damit besitzt die innovative LC-MS/MS-Technologie in der Tat das Potenzial, sich in den kommenden Jahren zu einer höchst leistungsfähigen und flexiblen Standardtechnik der klinischen Chemie zu entwickeln, besonders im Bereich des Therapeutischen Arzneimittel-Monitorings.

Anschrift für die Verfasser
PD Dr. med. Michael Vogeser
Institut für Klinische Chemie
Klinikum der Universität München
Marchioninistraße 15
81377 München
E-Mail: Michael.Vogeser@med.uni-muenchen.de

Interessenkonflikt
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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