ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2007Krankenhaus-Report 2007: Einseitiges Plädoyer für Einkaufsmodelle

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Krankenhaus-Report 2007: Einseitiges Plädoyer für Einkaufsmodelle

Dtsch Arztebl 2007; 104(49): A-3364 / B-2960 / C-2856

Flintrop, Jens

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Foto: picture-alliance/Okapia
Foto: picture-alliance/Okapia
Die Neuordnung des ordnungspolitischen Rahmens für die stationäre Versorgung ist das dominierende Thema im „Krankenhaus-Report 2007“, herausgegeben vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO). In separaten Beiträgen erneuern Ministerialrat Karl-Heinz Tuschen für das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium und Wulf-Dietrich Leber für die AOK die Forderung, ab 2009 Einzelverträge zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern zuzulassen. Dabei soll dieser verschärfte Wettbewerb zunächst auf planbare Leistungen, wie elektive Operationen, begrenzt werden. Die Sicherheit einer flächendeckenden Notfallversorgung bliebe davon unberührt, versichern Tuschen und Leber.
Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) lehnt eine solche Teilaufhebung der Kontrahierungspflicht im Krankenhaus strikt ab. „Der Wunderglaube der Krankenkassen an die Wirkungen des Preiswettbewerbs folgt einem völlig falschen Leitbild, nämlich der Devise: Hauptsache billig, möglichst sogar Massenproduktion gesundheitlicher Dienstleistungen mit industriellen Prozessabläufen“, kristisiert Rudolf Henke, Vorsitzender der Krankenhausgremien der BÄK.
Henke betont, dass man den Krankenhäusern im Gegenzug das Recht einräumen müsste, die Aufnahme von Patienten zu verweigern – „etwa, wenn deren Erkrankung in den DRG-Fallpauschalen mit einer für die Versorgung dieses Patienten nicht ausreichenden Vergütung angesetzt ist“. Und dies würde letztlich das Ende der flächendeckenden Patientenversorgung in Deutschland zur Folge haben.
Der Krankenhaus-Report 2007 mit dem Schwerpunkt „Krankenhausvergütung – Ende der Konvergenzphase?“ ist im Schattauer Verlag erschienen (ISBN-13: 978-3-7945-2609-3) und kostet inklusive Online-zugang 49,95 Euro. JF
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