ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2007RANDNOTIZ: Sind Sie therapietreu?

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RANDNOTIZ: Sind Sie therapietreu?

Dtsch Arztebl 2007; 104(49): A-3365 / B-2961 / C-2857

Richter-Kuhlmann, Eva

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LNSLNS Ein neues Formular könnte demnächst Einzug in Arztpraxen und Krankenhäuser halten. „Haben Sie die Absicht, sich therapiegerecht zu verhalten? – Ja – Nein – Bitte kreuzen Sie an“. Es klingt absurd, doch so oder ähnlich könnten die Erklärungen aussehen, die Patienten gegenüber ihrem Arzt abzugeben haben – zumindest wenn man der Vorgabe des Gesetzgebers folgt. Denn dieser hat mit der Gesundheitsreform eine gesetzliche Regelung eingeführt, nach der für chronisch kranke Patienten die Arzneimittelzuzahlungen von maximal zwei auf ein Prozent begrenzt werden können. Voraussetzung dafür ist allerdings ein therapiegerechtes Verhalten – und das sollen Ärztinnen und Ärzte jährlich bescheinigen.
Doch zunächst einmal hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) den Schwarzen Peter. Er soll nämlich die entsprechende Richtlinie beschließen. Eine Aufgabe, die dem G-BA-Vorsitzenden, Dr. Rainer Hess, sichtlich Unbehagen bereitet. „Therapiegerechtes Verhalten müsste zunächst definiert werden. Aber das ist unmöglich“, sagte er. „Soll es sich nur auf das Einhalten von Verordnungen beziehen? Oder beispielsweise auch auf gleichzeitigen Alkoholkonsum?“ Ärztinnen und Ärzte könnten nicht Detektiv spielen und die regelmäßige Medikamenteneinnahme ihrer Patienten überprüfen, meint Hess. Insofern müssten sie ihren Patienten die Therapie erklären und eine mündliche oder schriftliche Erklärung einholen, ob sie gewillt seien, sich an die Vorgaben zu halten. „Ich sehe da keine andere Möglichkeit“, sagte der G-BA-Vorsitzende. Bis zu seiner Dezembersitzung hat der Ausschuss Zeit, über eine Entscheidung nachzusinnen.
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