ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2007Ambulante Palliativversorgung: Keine starren Richtlinien geplant

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Ambulante Palliativversorgung: Keine starren Richtlinien geplant

Dtsch Arztebl 2007; 104(49): A-3368

Blöß, Timo

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Spezialisierte ambulante Palliativversorgung: Seit der jüngsten Gesundheitsreform haben Betroffene darauf einen Anspruch. Foto: Superbild
Spezialisierte ambulante Palliativversorgung: Seit der jüngsten Gesundheitsreform haben Betroffene darauf einen Anspruch. Foto: Superbild
Möglichst noch im Dezember will der Gemeinsame Bundes­aus­schuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) die Richtlinie für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung verabschieden. „Wir haben im Moment einen Monat Verzögerung“, räumte der Vorsitzende des G-BA, Rainer Hess, auf dem „Forum Palliativmedizin“ in Berlin ein. Dennoch zeigte sich Hess überzeugt, dass die Richtlinie noch in diesem Monat verabschiedet und Anfang 2008 in Kraft treten wird.
Dies ist notwendig, um schwerstkranken Menschen „ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung oder in stationärer Versorgung zu ermöglichen“, wie Hess erklärte. Wichtig sei dabei, die individuellen Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehörigen zu berücksichtigen. Darum dürfe es „keinen starren Leistungskatalog geben“, vielmehr müsse dieser flexibel abgestuft dem individuellen Versorgungsbedarf angepasst werden.
Im Zuge dessen hob Hess hervor, dass der Gesetzgeber mit der Einführung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung mit der letzten Gesundheitsreform die ausdrückliche Genehmigungspflicht dieser Leistungen durch die Krankenkassen gestrichen hat. Notwendig soll darum lediglich die ärztliche Verschreibung sein. Wird sie bei der Kasse eingereicht, muss diese die Leistungen bis zur Entscheidung über deren Fortsetzung übernehmen. „Das gewährleistet, dass keine Unterbrechungen eintreten“, so Hess weiter.
Auch Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/ Hamburg, ist für flexible Richtlinien: „Die Richtlinie muss Spielräume für die Patienten lassen.“ Zudem dürften keine zu großen Hürden für die Inanspruchnahme der Patienten aufgebaut werden, es dürfe nicht zu stark bürokratisiert werden. TB
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